Interview mit Claudia Pechstein: „Habe mein Bestes gegeben“

Interview mit Claudia Pechstein
„Habe mein Bestes gegeben“

Sie ist die erfolgreichste deutsche Olympioniken aller Zeiten. Eine Gold-Medaille blieb ihr in ihrer Paradedisziplin über 5 000 Meter verwehrt. Jetzt spricht Claudia Pechstein über die Spiele und ihre Zukunft.

Die deutschen Eisschnellläufer müssen das schlechteste Olympia- Ergebnis seit 30 Jahren hinnehmen. Warum war das Team nicht so erfolgreich wie noch in Salt Lake City, als acht Medaillen geholt wurden?

Pechstein: "Einige erfolgreiche Damen haben aufgehört, andere hier ihr Leistungsvermögen nicht abrufen können. Zudem ist die Weltelite sehr eng zusammengerückt. Die Niederländerinnen waren immer stark, die Kanadierinnen ärgern uns schon seit vier Jahren. Man sollte nicht alles in die Negativ-Schlagzeilen bringen, wenn diesmal nicht alle Wünsche aufgegangen sind."

Für zumindest vier Jahre bleiben Sie Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin. Wurmt es Sie, dass sie den historischen vierten Triumph über 5000 Meter knapp verpasst haben?

Pechstein: "In bin kein Mensch der Statistiken. Das steht nicht im Vordergrund. Wichtig ist, dass ich mein Bestes gegeben habe: Ich bin keine Maschine. Deshalb glänzt Silber für mich goldig."

In der Pressekonferenz haben Sie angekündigt, dass sie auf jeden Fall weitermachen. In welchem Umfeld soll das geschehen?

Pechstein: "Das Wichtigste war, dass mein Trainer weitermacht. Ein Trainerwechsel wäre für mich nie in Frage gekommen. Wir werden uns nach der Saison in Ruhe hinsetzen und alle Details besprechen. Wie lange ich weitermache, ist völlig offen. Auf jeden Fall haben die Olympischen Winterspiele in Turin Lust auf mehr gemacht."

In Berlin wird immer wieder über ein Profi-Team wie in den Niederlanden mit starken Ausländern spekuliert. Was halten Sie davon?

Pechstein: "Den Gedanken gibt es seit den Spielen in Salt Lake City. Da jetzt alle Sponsoren-Verträge auslaufen, ist es legitim, so etwas in Angriff zu nehmen. Ein Profi-Team ist für mich ein Traum, der sich erfüllen könnte. Momentan ist das "Material' - das ist nicht negativ gemeint - in meiner Trainingsgruppe nicht besonders gut. Es ist alles eine Frage des Geldes: Für eine Privat-Mannschaft braucht man schon etwas mehr. Ein solches Profi-Team wäre auf jeden Fall ein neuer Ansporn für mich."

Wo werden Sie sich von den Strapazen der Saison erholen?

Pechstein: "Nach der Mehrkampf-WM werde ich eine Woche in Calgary bleiben und Ski fahren. Danach möchte ich zum Tauchen auf die Malediven."

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