Interview mit Kati Wilhelm
„Das war ein ideales Rennen für mich“

Olympiasiegerin Kati Wilhelm spricht im Interview über den Druck nach dem verpatzten Einzelrennen, das Gefühl am letzten Schießstand und ihren Aufstieg zur erfolgreichsten Biathletin aller Zeiten.

Nach zwei Fehlschlägen haben Sie heute Ihren dritten Olympiasieg eingefahren. Wie groß war der Druck?


Wilhelm: "Der Druck war schon sehr groß nach den letzten Rennen. Ich habe die letzten Tage ein bisschen mit mir gehadert. Ich habe nicht so gut geschossen, wie ich wollte, und hatte beim Einzel und Sprint dazu noch Pech. Aber ich wollte hier in Turin eine Medaille, und ich wusste, es gibt nur noch zwei Einzelrennen."

Sie sind das Rennen von Beginn an aggressiv angegangen und waren schon nach dem ersten Schießen in Front...
Wilhelm: "Das war ein ideales Rennen für mich. Ich habe vom Start weg gemerkt, dass meine Ski sehr gut laufen. Beim Liegendschießen habe ich mir weiteres Selbstvertrauen geholt. Aber vor dem letzten Anschlag, als ich dann schon klaren Vorsprung hatte, habe ich mir gedacht: Halt die Anspannung und denke nicht schon beim Schießen an die Medaille. Das geht dann meistens in die Hose. Deshalb habe ich die fünf Schuss in aller Ruhe runtergearbeitet. Ich wollte die Null zum Schluss."

Was ging Ihnen nach dem letzten Schießen durch den Kopf?
Wilhelm: "Ich war einfach nur glücklich. Ich wusste, dass mir das keine mehr nehmen kann. Und dann bin ich rausgelaufen auf die letzte Runde und das war schön und ich habe mir gedacht: Jetzt kannst Du es richtig genießen. Du hast es allen gezeigt. Genieß es!"

Haben Sie die schwierigen Bedingungen wegen des starken Schneefalls nicht gestört?
Wilhelm: "Ich mag es eigentlich, wenn man die Scheiben gar nicht so gut sieht, schieße da meistens ganz gut. Mehr gestört hat mich der Schnee, denn ich kann nicht mit einem Schneeschild laufen."

Jetzt sind Sie mit drei Gold-Medaillen zur erfolgreichsten Biathletin aufgestiegen. Was ist das für ein Gefühl?
Wilhelm: "Ich wusste nicht, dass ich die erste Biathletin mit drei Goldmedaillen bin. Aber jetzt bin ich schon stolz auf mich. Und dass mir das in einem Rennen mit einem deutschen Doppelerfolg gelang, macht es doppelt schön."

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