
Die UCI hat gerade den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong lebenslang für den Radsport gesperrt und ihm alle Titel aberkannt. Damit ist der Internationale Radsportverband der US-Anti-Dopingagentur Usada gefolgt, die Armstrong vorwirft, das „ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm, das der Sport jemals gesehen hat“, auf die Beine gestellt zu haben. Ist denn wenigstens das ein Titel für die Ewigkeit?
Frank Daumann: Es ist ein fragwürdiger Titel, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er ihn lebenslang halten wird. Es wird weiter professionell gedopt werden.
Selbst dieses Urteil wird also das Doping im Sport nicht eindämmen?
Nein, denn so lange es im Radsport und auch in vielen anderen Sportarten so starke Anreize gibt zu dopen, wird das nicht aufhören. Dafür sind die Siegprämien zu hoch dotiert und Erfolge sind mit zu viel Prestige verbunden. Außerdem ist es für Sportler, die einmal in einem Dopingsystem involviert sind, schwer, da wieder herauszukommen.
Heißt das, dass Strafandrohungen generell nicht wirken?
Wenn man als Sportler einkalkuliert, am Ende aufzufliegen, schrecken Strafen nicht mehr ab. Wer abgeklärt genug ist, macht sich ein paar schöne Jahre, ist erfolgreich, verdient jede Menge Geld und wird am Ende seiner Karriere gesperrt. Damit kann man umgehen.
Unmittelbar vor der Tour de France 2004 erscheint das Buch „L.A. Confidential“, in dem die beiden Journalisten David Walsh und Pierre Ballester schwere Doping-Vorwürfe gegen Lance Armstrong erheben. Der US-Amerikaner scheitert vor Gericht mehrfach mit dem Versuch, sich in dem Buch äußern zu dürfen.
Wegen Sportbetrugs wird der Sportarzt Michele Ferrari zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Der Italiener arbeitete lange mit Armstrong zusammen. Vom Vorwurf, Radsportler mit Dopingmitteln versorgt zu haben, wird Ferrari aus Mangel an Beweisen jedoch freigesprochen.
Sein ehemaliger Betreuer Mike Anderson erklärt vor Gericht, 2004 „ein verbotenes Medikament“ in Armstrongs Badezimmer gefunden zu haben. Der reagiert darauf mit einer Schadensersatzklage.
Armstrong gewinnt zum siebten Mal die Tour de France und beendet danach seine Karriere.
Die französische Sportzeitung „L'Equipe“ berichtet, dass in sechs Urinproben von Armstrong aus dem Jahr 1999 das Dopingmittel EPO nachgewiesen wurde. Die Proben waren eingefroren worden und konnten dem Bericht zufolge eindeutig Armstrong zugeordnet werden. EPO ist erst seit 2001 nachweisbar.
Eine vom Weltverband UCI eingesetzte Kommission spricht Armstrong von den 1999er Doping-Vorwürfen frei. Die weltweite Anti-Doping-Agentur WADA nennt den UCI-Bericht „fast schon lächerlich“.
Armstrong kündigt für 2009 sein Comeback an.
Die französische Anti-Doping-Agentur AFLD schlägt Armstrong vor, die sechs Proben der Tour de France 1999 nochmals zu testen. Der US-Amerikaner lehnt das ab.
Armstrongs ehemaliger Teamkollege Floyd Landis gibt öffentlich zu, die meiste Zeit seiner Karriere gedopt zu haben. Der Tour-Sieger von 2006 beschuldigt in diesem Zusammenhang auch Armstrong des Dopings. Der weist die Anschuldigungen zurück.
Nach den Aussagen von Landis kündigen die US-Behörden an, die Ermittlungen gegen Armstrong auszuweiten. Es geht jetzt nicht nur um die Einnahme unerlaubter Mittel, sondern auch um die Frage, ob das Sponsorengeld des amerikanischen Postdienstleisters US Postal dazu genutzt wurde, um Dopingmittel zu finanzieren.
Armstrong erklärt sein endgültiges Karriereende.
Tyler Hamilton ist der nächste ehemalige Teamkollege, der schwere Doping-Vorwürfe gegen Armstrong erhebt. „Ich sah EPO in seinem Kühlschrank. Ich sah mehr als einmal, wie er es sich gespritzt hat“, sagt der Zeitfahr-Olympiasieger von 2004 dem TV-Sender CBS.
Die US-Staatsanwaltschaft stellt ihre Doping-Ermittlungen gegen Armstrong ein.
Der Welt-Triathlonverband WTC gibt eine Kooperation mit Armstrong bekannt. Für sechs Starts kassiert seine Krebs-Foundation „Livestrong“ eine Million Dollar. Die erste Teilnahme soll im Oktober 2012 sein.
Armstrong wird Zweiter beim Ironman 70.3, einem Wettkampf über die halbe Distanz. Zum Dopingtest müssen nicht wie üblich die ersten drei, sondern die Athleten auf den Plätzen vier bis sechs.
Die nationale Anti Doping-Agentur USADA erhebt in einem Schreiben schwere vorwürfe gegen Armstrong. Proben aus den Jahren 2009 und 2010 sollen „vollkommen mit Proben übereinstimmen, an denen Blutmanipulation, inklusive EPO und/oder Blut-Transfusionen vorgenommen wurden.“ Armstrong wird sofort für alle Wettbewerbe gesperrt.
Der WTC gibt bekannt, dass Armstrong wegen der laufenden Ermittlung nicht an Wettkämpfen teilnehmen darf. Der Ironman in Nizza am 24. Juni findet ohne den 40-Jährigen statt.
Ein Gericht in Austin erklärt die Ermittlungen der USADA gegen Armstrong für rechtens. Der Texaner muss entscheiden, ob er eine Schiedsgerichts-Verhandlung will oder eine drohende lebenslange Sperre der USADA akzeptiert.
Armstrong teilt in einem Statement mit, dass er den Kampf gegen die Anschuldigungen aufgibt. Ihm droht nun die Aberkennung seiner Tour-Titel.
Der Radsport-Weltverband UCI hat das Urteil der US-Anti-Doping-Agentur USADA bestätigt. Armstrong verliert damit alle sieben Tour de France-Titel von 1999 bis 2005 und wird mit einer lebenslangen Sperre belegt.
Sollten nicht drohende Gesundheitsschäden abschrecken?
Da muss man differenzieren – nicht jedes Dopingmittel ist medizinisch problematisch. Anderseits werden zukünftige Gesundheitsschäden von den Athleten meist unterschätzt. Davon abgesehen ist der juristische Umgang mit Doping weltweit unterschiedlich. In Deutschland wird vom Staat nur derjenige verurteilt, der das Dopingmittel zur Verfügung stellt. Der Sportler wird allenfalls vom Verband bestraft.
Können moralische Einwände das Problem verringern?
Unter moralischen Gesichtspunkten gibt es keine eindeutige Antwort. Sicher, wer Barbiturate oder Betablocker nimmt, der dopt. Aber es gibt keine trennscharfe Dopingdefinition: Sind besondere Ernährungsformen Doping? Sind Nahrungsergänzungsmittel Doping, die einem Sportler helfen, im Wettkampf verlorene Salze schneller zu regenerieren? Als Sportler lässt sich darüber hinaus auch ganz anders argumentieren: Wenn ich nicht dope, dann tun es eben andere. Ich bin also schlau, wenn ich Mittel einnehme.
Ist das ein klassisches Gefangenendilemma?
Genau. Das soll nicht heißen, dass ausnahmslos alle Sportler dopen. Aber das Gefangenendilemma liefert eine logische Argumentation für das Doping.

und die Amateuren würden es nicht anders machen.
In jeder Sportart in jeder Leistungsklasse wird versucht seine Leistung zu steigern.
Sei es mit Aspirin vorm Spiel, Kreatin...etc

etzt werden Juri Ramchenkov nachträglich 12 Tour Siege zugesprochen. Alle vor ihm platzierten Profis waren gedopt. Er lebt verarmt in Sibirien mit seiner Mutter, einer Kuh, einem Schwein und acht Hühnern. Bei seinen 12 Tour Teilnahmen waren seine Platzierung zwischen 87 und 128. Mit dem rückwirkend ausgezahlten Preisgeld von 9,31 Trillionen Dollar inklusive Zins und Zinseszins will er Griechenland kaufen, und seiner Mutter einen Fernseher. Die Welt ist doch gerecht!

Ist doch alles quatsch. Ein Profisportler in Endurance Sportarten muss dopen wenn er gewinnen will, so einfach ist das. Anderen Taetigkeiten nachgehen kann er nicht weil das Niveau so hoch ist, dass nur Profis eine Chance haben. Schuld sind die Sponsoren und das viele Geld. Meiner Meinung nach dopen alle die in der Spitzengruppe sind weil ihnen nichts anderes uebrig bleibt. Wenn man das aendern will, dann muss die Olympiade und viele andere Events halt wieder auf Amatuere beschraenkt werden und gut. So wie es ist frisst das System seine Kinder. Weg mit dem Sportsponsoring !!
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