IOC dementiert Aussagen eines italienischen Funktionärs: Verwirrspiel um erste mögliche Dopingfälle in Turin

IOC dementiert Aussagen eines italienischen Funktionärs
Verwirrspiel um erste mögliche Dopingfälle in Turin

Aussagen eines italienischen IOC-Funktionärs haben am Freitag wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier für helle Aufregung gesorgt. Demnach sollen mehrere Sportler positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden sein. Doch das IOC dementiert. "Diese Information ist inkorrekt", sagte IOC-Sprecherin Giselle Davies der Nachrichtenagentur Reuters.

HB TURIN. Auch der neue IOC-Vizepräsident Thomas Bach, auf dessen Schreibtisch jeder Dopingfall zuerst landet, widersprach den Meldungen. "Als ich mich erkundigt habe, hieß es, ich könne beruhigt in die Session gehen. Es gibt bislang kein positives Ergebnis", sagte der 52-Jährige dem Sportinformations-Dienst.

Reuters selbst hatte zuvor Giovanni Zotta, den italienischen Delegierten in der Anti-Doping-Komission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und Repräsentanten des italienischen Gesundheitsministeriums, mit entsprechenden Aussagen zitiert. Zotta hatte erklärt, die Analysen seien im Vorfeld der Spiele vorgenommen worden. Dabei sei das verbotene Mittel Erythropoietin (EPO) gefunden worden.

Bereits am Donnerstagabend hatten insgesamt acht Langläuferinnen und Langläufern, darunter Staffel-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl), wegen erhöhter Hämoglobinwerte eine fünftägige Schutzssperre vom Internationalen Ski-Verband FIS erhalten.

Der Deutsche Skiverband (DSV) erwägt allerdings dagegen einen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung. Wie der DSV am Freitag in Sestriere bekannt gab, wird derzeit geprüft, bei wem dieser Einspruch eingereicht werden muss. Durch die Schutzsperre ist die 25-Jährige beim ersten Langlaufwettbewerb der Winterspiele von Turin am Sonntag im Jagdrennen über 15 Kilometer nicht startberechtigt.

Der DSV kritisierte zudem, dass bei Evi Sachenbacher-Stehle nach Bekanntgabe des erhöhten Hämoglobinwertes entgegen der Statuten keine Doping-Probe vorgenommen wurde. Zu hohe Hämoglobinwerte können auf Blutdoping hinweisen, aber auch auf natürliche Weise ohne unerlaubte Manipulation zu Stande kommen. Evi Sachenbacher-Stehle hatte erst am Freitagmorgen von ihrer Schutzsperre wegen eines Hämoglobinwertes von 16,3 statt der erlaubten 16,0 erfahren. Die Athletin aus Reit im Winkl neigt in der Höhe zu einem erhöhten Wert. Eine im August 2005 beantragte Ausnahmeregelung war ihr im Gegensatz zu anderen Sportlern wie Jens Filbrich (Frankenhain) und Franz Göring (Zella-Mehlis) durch die FIS verwehrt worden.

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