IOC-Wahl
Rio de Janeiro wird Olympia-Stadt 2016

Tokio, Madrid, Chicago oder Rio de Janeiro - wer darf 2016 die Olympischen Spiele ausrichten? Vor dieser spannenden Frage standen heute die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees. Bis zuletzt war das Rennen offen wie selten. Am Ende wählte das IOC Rio de Janeiro. Zum ersten Mal finden die Spiele damit in Südamerika statt.
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HB KOPENHAGEN. Die XXXI. Olympischen Spiele werden 2016 in Rio de Janeiro und damit erstmals in Südamerika ausgetragen. Dies entschied am Freitag die 121. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Kopenhagen. Die Millionenstadt an der Copacabana behauptete sich gegen die Mitbewerber Chicago, Madrid und Tokio. Rio setzte sich im entscheidenden dritten Wahlgang gegen Madrid durch. Mitfavorit Chicago war sensationell bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden; im zweiten Durchgang blieb Außenseiter Tokio auf der Strecke.

Die Sechs-Millionen-Einwohner-Metropole war damit im fünften Olympia-Anlauf erstmals erfolgreich. Ausschlaggebend dürfte auch die emotionale Präsentation gewesen sein: Rio hatte das IOC aufgefordert, den weißen Fleck auf der olympischen Landkarte zu tilgen und die Spiele erstmals nach Südamerika mit seinen 400 Mio. Einwohnern zu vergeben. Es sei Brasiliens Zeit, rief Präsident Luiz Inacio Lula da Silva den IOC-Mitgliedern zu. „Unter den zehn stärksten Wirtschaftsmächten der Welt ist Brasilien das einzige Land der Welt, das noch nie Olympia-Gastgeber war“, meinte Lula, „Rio ist bereit. Gebt uns die Chance, und ihr werdet es nicht bereuen“.

Beim fünften Anlauf, Olympia-Ausrichter zu werden, versuchte Rios Bewerbungskomitee die Kritikpunkte der IOC-Prüfer zu kontern. Das Sicherheitsproblem werde mit einem neuen Polizeisystem angegangen. Die notwendige Großinvestition von 14 Mrd. Dollar für die fehlenden Infrastrukturen sei gesichert.

Brasilien will nach Worten seines Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva 2016 die außergewöhnlichsten Olympischen Spiele ausrichten, die die Welt je gesehen hat. „Heute ist ein heiliger Tag für mich“, sagte Lula am Freitagabend in Kopenhagen. Die Welt habe die wirtschaftlichen und sozialen Erfolge des fünftgrößten Landes der Erde anerkannt. Er fühle nur Stolz und Freude und Dankbarkeit.

Der überglückliche Präsident wurde auf der Sieger-Pressekonferenz mit „Lula-Lula“-Sprechchören gefeiert und weinte hemmungslos Freudentränen. „Rio hat gewonnen, weil es Herz und Seele hat und die Einwohner von Rio liebenswürdig und großzügig sind.“ Dies sei nicht nur ein Sieg für Brasilien, sondern ein Sieg für ganz Lateinamerika, sagte Lula. Die Spiele in Rio würden unvergesslich werden. Die Entscheidung zeige auch, dass Brasilien nicht mehr länger ein Land „zweiter Klasse“ ist, sondern definitiv zu den „Erste-Klasse- Nationen“ aufgestiegen sei. „Die Weltbank sagt bereits, dass Brasilien 2016 die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt sein wird. Keiner zweifelt mehr unsere ökonomische und soziale Stärke an“, betonte der Staatspräsident.

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