Ironman in Hawaii
Favorit Frodeno ist bereit für ein epochales Rennen

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„Ich habe die Zielscheibe auf dem Rücken“

„Jeder von meinen Konkurrenten sagt, dass ich die Zielscheibe auf dem Rücken habe“, betont Frodeno. Er selbst verzichtet darauf: „Es war aber bei mir immer so, dass der Schuss nach hinten losging, wenn ich mich auf einen versteift habe.“

Zum ersten Mal seit einem Jahr treffen Frodeno und Kumpel Kienle wieder aufeinander. Der Titelverteidiger modifizierte seine Jahresplanung. Oft hatte er sein absolutes Leistungshoch eher in den europäischen Sommermonaten, 2016 stellte er im Juli beispielsweise den Langstrecken-Weltrekord auf. „Ich bin auf jeden Fall vorher noch nie mental so frisch hier angekommen, dass ich richtig was machen und trainieren wollte. Da war früher immer so eine Müdigkeit.“ Die ist weg. „Jetzt muss ich noch die letzten Stunden abwarten, ehe ich Gas geben kann“, sagt er vor dem Start an diesem Samstag um 6.35 Uhr Ortszeit (18.35 Uhr MESZ) am Dig Me Beach von Kailua Kona.

Gewinnen wird keiner den Ironman auf Hawaii auf den ersten 3,8 Kilometern, vorentscheiden kann sich ein Rennen aber schon dort. Denn danach werden die starken Radfahrer, aber eher schwächeren Schwimmer wie Kienle oder Sanders, versuchen, davonzufahren oder das Tempo so hoch zu halten, dass der Konkurrenz beim Laufen die Kraft ausgeht. Vor einem Jahr fuhr keiner schneller als Boris Stein, am Ende landete der 32-Jährige auf Platz sieben.

Für Lange wird es darum gehen, auf dem Rad dran zu bleiben, um beim Marathon seine Stärke auszuspielen. „Wenn ich in der Situation meiner Konkurrenten wäre, würde ich meine Taktik so auszuwählen, diesem Laufduell aus dem Weg zu gehen“, erklärt Lange. „Eine ganz wichtige Eigenschaft ist es, hier flexibel reagieren zu können“, sagt Frodeno.

Denn jeder, der acht oder mehr Stunden an seine Leistungsgrenzen und darüber hinausgeht, weiß, dass es ein Auf und Ab ist. „Man kann sich an einem Punkt so elend fühlen, dass man gerade aufgeben will. Zehn Minuten später denkt man, wie geil, da geht noch was“, sagt Lange. Und dazu dieser Mythos, dieses Rennen auf Hawaii. „Das letzte bisschen Selbstvertrauen schenkt dir die Insel nie“, sagt sogar ein Frodeno.

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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