Ironman in Hawaii
„Triathlon macht fitter, gesünder und athletischer“

Der Ironman in Hawaii ist für viele Athleten ein Traum, obwohl die Belastung in diesem Triathlon überaus hoch ist. Ex-Leistungssportlerin Larissa Kleinmann über Motivation, Training und Einstellung von Extremsportlern.
  • 1

Mehr als 200 Starter aus Deutschland nehmen am Samstag am berühmten Triathlon Ironman statt. Dazu gehören Profis wie der Supersportler und Favorit Jan Frodeno. Die meisten Teilnehmer sind jedoch Hobbyathleten, die sich einen Lebenstraum erfüllen. Einmal Dreikampf in Hawaii: Schwimmen, Radfahren und Laufen. Die Unternehmerin (Flugphase.ch), Lauftrainerin und ehemalige Hochleistungssportlerin Larissa Kleinmann über Training, Ernährung und Einstellung beim Triathlon.

Frau Kleinmann, 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,194 Kilometer Laufen – und alles das mindestens acht Stunden lang ohne Unterbrechung. Ist so ein Ironman Hawaii nicht völlig verrückt?
Zu jedem Exzess gehört eine gewisse Verrücktheit. Und Leidenschaft, die freiwillige Leiden schafft, jedoch im Ziel umso mehr Endorphine ausschüttet, die einen schnell wiederbeleben. Die Langdistanz im Triathlon gehört mit zu diesen leidenschaftlichen Exzessen im Sport.

Was treibt die Teilnehmer an, sich so extrem zu belasten?
Eigentlich sollte man annehmen, dass man Jahrzehnte trainieren muss, um einen Ironman zu absolvieren. Um bei den Profis vorne mitzumischen, ist dies mit Sicherheit auch notwendig. In den verschiedenen Altersklassen haben die Athleten aber oft erst mit 30 oder sogar 40 mit Sport begonnen. Viele wollen es sich in diesem Alter nochmal beweisen, sich austesten und Dinge nachholen, die sie vorher „verpasst“ oder einfach nicht ausprobiert haben.

Ist das eine Form von später Torschlusspanik?
Ja, viele spätberufene Ausdauersportler haben das Gefühl, dass noch etwas fehlt, dass ihr Leben vielleicht nicht ganz so ausgefüllt und leidenschaftlich war, wie es sein könnte. Der Triathlon füllt diese Lücke sehr gut.

Warum gerade Triathlon?
Triathlon ist sehr vielseitig, weil drei völlig unterschiedliche Sportarten kombiniert werden, die sich gegenseitig sehr gut ergänzen und den Körper athletisch rundum ausbilden und fit machen. Von dem Körpergefühl, was durch das Training entsteht, profitiert man auch im Alltag. Man fühlt sich einfach besser, fitter, gesünder, athletischer, kraftvoller.

Wie lange bräuchte ein gut trainierter Leistungssportler, um einen Ironman zu absolvieren?
Das hängt vom Ehrgeiz und dem Talent ab. Wenn man „nur“ das Ziel erreichen möchte, braucht man viel weniger Vorbereitungszeit als jemand, der unter zehn Stunden bleiben will. Manche Typen, die ich als robustere Dieselmotoren beschreiben würde, tun sich leicht mit derartigen Distanzen. Andere verletzen sich dagegen leicht und werden im Aufbau immer wieder behindert. Sportler sollten vielleicht testen, wie gut sie die Hälfte der Langdistanz überstehen. Klappt das gut, macht es definitiv Sinn, nochmals zwei Jahre lang kontinuierlich auf den vollen Ironman hin zu trainieren.

Kommentare zu " Ironman in Hawaii: „Triathlon macht fitter, gesünder und athletischer“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ..."man fühlt sich gesunder".

    Das ist wirklich eine ehrliche Antwort, "man fühlt sich gesunder" und nicht, "man ist gesunder", denn Extremsport und Leistungssport macht Spaß, ist aber nicht gesundheitsfördernd.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%