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Isinbajewa setzt das Glanzlicht in Helsinki

Der Weltrekord von Jelena Isinbajewa im Stabhochsprung war das Highlight am siebten WM-Tag der Leichtathleten in Helsinki. Die deutschen 4x100m-Herren schafften den Einzug ins Finale.

Die "Königin der Lüfte" hat die Leichtathletik-WM in Helsinki mit ihrem 18. Weltrekord gekrönt. Im zweiten Anlauf meisterte Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa am 7. WM-Tag 5,01m im Stabhochsprung und quittierte die Steigerung mit einem Salto rückwärts. Wie ihre russische Teamkameradin Olimpiada Iwanowa im 20km-Gehen kassierte sie für den zweiten Weltrekord der Titelkämpfe und den 21. der WM-Geschichte inklusive Sieggeld 160. 000 Dollar. Am 22. Juli hatte die Ausnahmeathletin aus Wolgograd als erste Frau die Traumgrenze von fünf Metern in London übersprungen.

Die deutschen Leichtathleten waren am Tag nach dem Diskus-Triumph von Franka Dietzsch nur Nebenfiguren. Mit dem Stab landete die Mainzerin Carolin Hingst wie vor vier Jahren in Edmonton nur auf Rang zehn (4,35m) und die Leverkusenerin Susanne Keil machte als Zwölfte. mit indiskutablen 63,25m die Pleite der drei deutlich höher eingeschätzen 70m-Werferinnen perfekt.

Während die Olympiazweite Steffi Nerius (Leverkusen) mit persönlicher Bestleistung von 66,52m als Siegerin der Speerwurf-Qualifikation ihre Medaillenambitionen untermauerte, entledigte sich auch Nadine Kleinert (Magdeburg) mit einem Kugelstoß von 18,90m souverän der ersten Aufgabe. Dagegen scheiterte überraschend Petra Lammert (Stuttgart/17,72m), deren Trainer Dieter Kollark am Tag zuvor noch Dietzsch zum Titel geführt hatte. Nur mit viel Glück kam Weitspringer Nils Winter (Leverkusen) ins Finale, das auch die 4x100m-Staffel mit Tobias Unger (Kornwestheim) in deutscher Saisonbestzeit von 38,58 Sekunden erreichte.

Der Tag der Russen

Inklusive des Hammerwurf-Triumphes von Olympiasiegerin Olga Kusenkowa und des Geher-Goldes durch Sergej Kirdjapkin über 50km hat Russland vor den 17 Finals des Wochenendes das Duell gegen die USA schon klar verloren. Die Amerikaner holten die Titel Nummer zehn und elf durch 400m-Olympiasieger Jeremy Wariner, der seine Jahres-Weltbestzeit auf grandiose 43,93 Sekunden verbesserte, und Allyson Felix in 22,16 Sekunden über 200m.

Doch deren Trainingspartner Jason Gatlin verlor nach dem Sprint-Double die Chance, als Dreifach-Weltmeister in die WM-Annalen einzugehen. Schon im Vorlauf ließen seine Kameraden beim ersten Wechsel den Stab fallen und der maßlos enttäuschte Sydney-Olympiasieger Maurice Greene musste ohne Start abreisen.

Ein zwölftes US-Gold schien über 110m Hürden möglich, doch auf dem Weg zu seinem isngesamt sechsten WM-Titel scheiterte Allen Johnson um 0,03 Sekunden am französischen Senkrechtstarter Ladji Doucoure, der in 13,07 Chinas Olympiasieger Liu Xiang (13,08) in die Schranken wies. Für das bisher enttäuschende Reich der Mitte war es drei Jahre vor Olympia in Peking die erste Medaille in 30 WM-Entscheidungen.

41 Zentimeter Vorsprung vor Pyrek

Vor rund 30 000 Zuschauern triumhpierte Jelena Isinbajewa, die vor zwei Jahren beim Sieg der verletzten Teamkameradin Swetlana Feofanowa noch hinter der Erfurterin Annika Becker Dritte gewesen war, mit 41 Zentimetern Vorsprung gegenüber der Polin Monika Pyrek (4,60). Bronze holte die frühere Hallen-Weltmeisterin Pavla Hamackova für Tschechien (4,50).

Zwei ihrer Landsleute sorgten am Freitag für zusätzlich Aufregung. Die Zehnkampf-Superstars Roman Sebrle, WM-Zweiter in helsinki und Tomas Dvorak gaben zu, vor dem abschließenden 1 500-Meter-Lauf am vergangenen Mittwoch eine Spritze mit einer Zückerlösung gesetzt bekommen zu haben. Nach Angaben des tschechischen Mannschaftsarztes Petr Sikora waren beide unterzuckert und bedurften schneller Hilfe. Uneinigkeit herrschte zunächst darüber, ob diese Form der Hilfeleistung regelkonform war oder mit einer Disqualifikation zu bestrafen ist. Im zweiten Fall würde der Berliner Andre Niklaus auf den Bronze-Platz rücken.

© SID

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