Jablonski wird Skipper
„Weißer Hai“ heuert bei Team Germany an

Das United Internet Team Germany hat einen Nachfolger für den scheidenden Steuermann Jesper Bank gefunden. Am Donnerstag präsentierte der deutsche America's-Cup-Teilnehmer Karol Jablonski als neuen Steuermann.

Der 44 Jahre alte Pole mit deutschem Pass hatte zuletzt das spanischen Team Desafio Espanol bis ins Halbfinale des Louis Vuitton Cups geführt.

"Er war unser Wunschkandidat. Er hat einen deutschen Pass und sein Herz schlägt wohl auch ein wenig für Deutschland - das passt", schwärmte Syndikats-Chef Michael Scheeren von seiner neuen Leifigur: "Sein Ausnahmekönnen als Segler und die Tatsache, dass Deutschland seit vielen Jahren seine zweite Heimat ist, machen Karol Jablonski zur Idealbesetzung."

"Weißer Hai" als Spitzname

Während Jablonski an Land eher zurückhaltend ist, gilt er auf dem Wasser als exzellenter Starter mit Killerinstinkt, was ihm seinen Spitznamen "weißer Hai" einbrachte. Gemeinsam mit Scheeren und einem neuen Sportdirektor soll er bis Ende August eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen und dafür sorgen, dass sich ein ähnliches Debakel wie beim 32. Cup nicht wiederholt. Dort war das Team Germany unter Jablonskis (Dänemark) mit 2:18 Siegen bereits in der Vorrunde gescheitert.

Für die Rolle des Sportdirektors liebäugelt Scheeren weiterhin mit einer Verpflichtung des dreimaligen Olympiasiegers Jochen Schümann (Penzberg), der derzeit in gleicher Funktion beim Schweizer Titelverteidiger Alinghi tätig ist. "An unserem Interesse hat sich nichts geändert. Er ist sicher ein Kandidat, mit dem man reden muss", sagte Scheeren.

Sponsorensuche geht weiter

Zunächst einmal gilt die Konzentration des Kampagnen-Chefs neben der Zusammenstellung der Mannschaft aber weiterhin der Suche nach Sponsoren. Bisher ist kein Geldgeber gefunden, doch Scheeren gibt sich optimistisch, dass die Zukunft des Projekts nicht gefährdet ist. "Wichtig ist, dass wir erfahrene und gute Leute dazuholen. Dann ist auch das Sponsoreninteresse da", erklärte der 49-Jährige: "Wenn wir nicht optimistisch wären, unsere derzeitigen Gespräche auch zum Abschluss bringen zu können, würden wir solche Verträge wie mit Karol Jablonski nicht abschließen."

Am 1. September soll Jablonski erstmals gemeisam mit seinem neuen Team in Valencia trainieren. Dass er sich trotz fehlender Sponsorenzusagen für die Deutschen entschieden hat, beweist einmal mehr seinen Kampfgeist. Dieser ist in seiner bisherigen Karriere stets unverzichtbarer Begleiter gewesen.

Jablonski seit 1986 in Deutschland

Nachdem er von polnischen Sportfunktionären wegen angeblich mangelnder Zukunftsperspektiven aus dem olympischen Segelkader gestrichen worden war, wanderte Jablonski 1986 nach Deutschland aus. Am Steinhuder Meer blieb er seinem Sport treu und schlug sich zunächst mit Jobs in Fabriken und auf dem Bau durch. 1993 fuhr er den ersten Lohn ein und gewann mit seiner neuen Heimat den Admirals Cup.

Nun soll der ehemalige Matchrace-Weltmeister Deutschland zu Erfolgen im America's Cup führen. "Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung. Ich bin sehr optimistisch, dass wir ein konkurrenzfähiges Team bilden werden", sagt der "weiße Hai". Seine Zähne blitzen.

© SID

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