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Jara: Indirekt über Sforza gestolpert

Kurt Jara hat den Schweizer Fußballprofi Ciriaco Sforza mitverantwortlich für sein Scheitern als Trainer des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern gemacht und Rückendeckung durch den FCK-Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi erhalten.

dpa KAISERSLAUTERN. Kurt Jara hat den Schweizer Fußballprofi Ciriaco Sforza mitverantwortlich für sein Scheitern als Trainer des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern gemacht und Rückendeckung durch den FCK-Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi erhalten.

Zwei Tage nach der "einvernehmlichen Trennung" von den Pfälzern sagte der Coach in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung: "Indirekt bin ich über ihn gestolpert." Sforza habe ständig vom Erreichen des Uefa-Cups gesprochen. "Das waren populistische Sätze, die in der Öffentlichkeit gut ankommen, aber völlig unnötig Druck aufgebaut haben", meinte Jara.

Auch Clubchef Jäggi kritisierte seinen Schweizer Landsmann. Als Fußballer sei Sforza toll. "Aber neben dem Platz hat er nicht seine Stärken. Da haut er ab und zu mal heftig auf die Pauke. Sogar als Otto Rehhagel damals aufgestiegen ist, gab es von Sforza Kritik. Der wird sich auch nicht mehr ändern", sagte Jäggi der Saabrücker Tageszeitung "20cent saar". Der Vorstandsvorsitzende hätte sogar Konsequenzen für Sforza in Erwägung gezogen. "Wenn der Trainer gesagt hätte: Das Handtuch ist zerschnitten, hätten wir uns auch eine Trennung vorstellen können."

Der Schweizer Mittelfeldspieler verteidigte sich unterdessen in der Tageszeitung "Die Welt" und bezeichnete Jaras Schlussfolgerung als "Quatsch". Warum solle er keine Ziele haben? "Soll ich meinen Mitspielern sagen: Wir haben da oben nichts verloren?" fragte Sforza in dem Interview. Er stellte klar, dass er nie ein Problem mit Jara gehabt habe, deshalb sei er auch so überrascht. "Vor zwei Wochen sagt er noch: Der Sforza ist meine Stütze, er hat die Mannschaft im Griff, er zeigt Leistung. Und nur weil ich einmal schlecht spiele, wird auf einmal der Tag zur Nacht", monierte Sforza. Beim 0:2 auf dem Betzenberg gegen Hannover 96 war der Mittelfeldspieler ausgewechselt worden.

Ohne Namen zu nennen, hatte Jara bereits nach dem Spiel und nach Anfeindungen durch einige Fans sein Unverständnis darüber geäußert, warum immer der Trainer in der Kritik stehen müsse. Der Zorn der Zuschauer solle sich gegen die Spieler richten, die solche Euphorie schüren würden. Dem sonst so besonnen und ruhig wirkenden Österreicher waren nach dem Match derart die Nerven durchgegangen, dass er in Richtung der wütenden Fans eine obszöne Geste gemacht hatte. Er habe nicht mehr gekonnt, sei total kaputt gewesen.

Hinzu sei "das Theater mit dem Basler-Abschiedsspiel" gekommen, bei dem er tagelang angefeindet worden sei, weil er niemanden aus der Mannschaft für die Partie abgestellt habe. "Obwohl ich Erfolg hatte, musste ich ständig kämpfen. Ich muss nicht unbedingt geliebt werden, aber ich möchte akzeptiert werden", sagte Jara. Noch einmal so ein Jahr, in dem er dank einer starken Rückrunde die Lauterer vom letzten bis auf den derzeitigen 11. Rang führte, habe er sich nicht mehr antun wollen. Daher hatte er dem FCK-Vorstand erklärt, den zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.

Die Chancen auf eine Verpflichtung des bei den Pfälzer Fans höchst beliebten Klaus Toppmöller hat Jäggi bereits eingeschränkt. "Toppmöller ist ein Trainer, der auf Grund seines Werdeganges den legitimen Anspruch hat, in der Champions League zu spielen. Dies ist jedoch beim FCK, bei dem mit einem Saisonbudget von 14 Mill. Euro gewirtschaftet werden muss, nicht realistisch", sagte er der "Saarbrücker Zeitung".

Ein "junger Geist, der frischen Wind reinbringt", solle die Nachfolge von Jara nach dieser Saison antreten. Bis dahin übernimmt Hans-Werner Moser als Interimscoach die Verantwortung. Der ebenfalls als neuer FCK-Coach gehandelte Ex-Lautern-Profi Bruno Labbadia erklärte derweil, dass er keinen Kontakt zum Bundesligisten gehabt habe. "Dass mein Name genannt wird, sehe ich als Kompliment für die Leistung meiner Mannschaft an", sagte der derzeitige Trainer des Süd-Regionalligisten SV Darmstadt 98 dem "Darmstädter Echo".

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