„Jetzt erst recht“
Jeder Atemzug wird schmerzen

Nach dem schweren Sturz von Jan Ullrich auf der 9. Etappe der Tour de France haben die Ärzte der Privatklink in Grenoble dem Bruchpiloten am Montag Entwarnung gegeben: kein Rippenbruch. Teamarzt Lothar Heinrich schaut dennoch mit Skepsis auf die kommenden Bergetappen.

HB VOREPPE. „Ulle“ indes ist nicht kleinzukriegen. "Ich hatte niemals den Gedanken, die Tour aufzugeben. Jetzt erst recht", sagte der T-Mobile-Kapitän, der am Montag nach seinem zweiten Sturz innerhalb von neun Tagen aussah, wie ein Boxer nach einem harten Kampf. Zwei kleinere Schwellungen über dem linken Auge waren am ersten Tour-Ruhetag die sichtbaren Blessuren des Sturzes vom Vortag, als Ullrich bergab in einer Linkskurve mit "etwa 60 Stundenkilometer" in den Graben stürzte und sich mehrmals überschlug. "Armstrong hat gewartet - dafür Chapeau", lobte Ullrich die Fairness des Titelverteidigers, der am Dienstag auf der ersten Alpenetappe zum großen Angriff blasen könnte.

"Eine Rippenprellung, die ihn beim Atmen behindert, und zahlreiche Prellungen anderer Art am Körper", lautete am Fuß der Alpen in Voreppe die Diagnose von Teamarzt Lothar Heinrich. Am Morgen war durch eine Röntgenaufnahme in einer Privatklinik in Grenoble ausgeschlossen worden, dass der T-Mobile-Pechvogel Brüche davongetragen hat. "Ich habe drei Stunden trainiert. Beim tief Luftholen habe ich Schmerzen, aber ich hoffe, morgen ist es besser", sagte Ullrich auf einer Pressekonferenz vor zehn Kamerateams und rund 100 Journalisten.

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"Die Schmerzen bei Rippenprellungen sind die gleichen wie bei einem Bruch", beschrieb Heinrich die Probleme von Ullrich: "Morgen auf der ersten großen Bergetappe nach Courchevel wird es sich zeigen, wie er das unter Belastung verkraftet." An die 1850 Meter hohe Skistation hat Ullrich beste Erinnerungen. Im Jahr seines Toursieges 1997 gestattete er dort dem Franzosen Richard Virenque großzügig den Sieg und fuhr locker vor der Konkurrenz. Mit Hilfe seiner Physiotherapeutin und eines Akkupunkteurs sollen seine Schmerzen gelindert werden. "Es geht schon", versprühte auch Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage Zuversicht, obwohl die Konstellationen alles andere als günstig scheinen.

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