Jubel über Dreifach-Sieg im Rodeln
Kuriose Wette: Blumenladen für Edelmetall

Oberwiesenthal bejubelte seine Doppel-Olympiasiegerin in Italien, Oberhof stieß im heimischen Thüringen auf seine Silbermedaillen-Gewinnerin an.

HB OBERWIESENTHAL/OBERHOF. Mit ausgelassener Freude und schäumendem Sekt feierten die deutschen Rodelanhänger am Dienstagabend Olympiasiegerin Sylke Otto, die zweitplatzierte Silke Kraushaar und die junge Tatjana Hüfner als Drittplatzierte. "Es ist fantastisch. Jetzt schreibt unsere kleine Stadt wieder Geschichte", sagte Knut-Michael Kirsten, Bürgermeister aus Sylke Ottos Heimatstadt Oberwiesenthal. Das Stadtoberhaupt war mit einer 35-köpfigen Fanschar aus Deutschlands höchstgelegener Stadt an die Eisrinne nach Cesana gereist, um Ottos zweiten Triumph nach 2002 live zu erleben. "Dass ich jetzt auch noch mal dabei sein konnte, ist Wahnsinn. Die "Otti' ist einfach zauberhaft", sagte Ottos erster Trainer Rolf Hellwig ergriffen.

Allerdings hat die 36-jährige Rodelerin nun den Bürgermeister und die Abgeordneten der 2793 Einwohner zählenden Stadt in die Bredouille gebracht. Denn Sylke Otto hat nun die Wette gewonnen, wonach ihr von der Stadt ein Blumenladen eröffnet werden müsste, wenn sie wieder Olympiasiegerin wird. "Wir haben aber kein Geld", bekannte Bürgermeister Kirsten, "mal sehen, wozu der Stadtrat sich überreden lässt."

Derweil war Oberhof völlig aus dem Häuschen. Wenige Stunden nach der Goldmedaille für Biathlet Sven Fischer bei den Olympischen Winterspielen in Turin lieferte Silke Kraushaar mit Silber einen weiteren Anlass zum Feiern. Eine große Fan-Gemeinde hatte sich im Zentrum in einer Bar getroffen. Sören Winter, Vorsitzender von Kraushaars Heimatverein BSR Rennsteig Oberhof, sagte Freude strahlend: "Das ist wunderbar. Wir sind alle total happy. Das waren Spitzenleistungen von allen." Vor Freude knallten die Sektkorken. Vater Rudolf Kraushaar bekannte: "Ich bin überglücklich und sehr stolz auf meine Tochter. Sie hat alles gegeben. Wir haben bis zuletzt gezittert - am Ende ist es noch richtig knapp geworden."

Zu einer der ersten Gratulantinnen in der Heimat zählte Margit Schumann-Esmarch. Die erfolgreichste DDR-Rodlerin zollte ihren Nachfolgerinnen großen Respekt nach den Express-Fahrten durch die Eisrinne. "Es war zwar zu erwarten, dass wir die ersten drei Podestplätze belegen. Aber bei diesem enormen Druck, der bei Olympia auf den Sportlerinnen lastet, muss man diese Leistungen erst einmal bringen. Es ist ein Traum-Ergebnis."

Große Sympathie empfand die in Oberhof wohnende Olympiasiegerin von 1976 und vierfache Weltmeisterin für Silke Kraushaar: "Jetzt hat sie einen gesamten Medaillensatz zu Hause - Gold, Silber und Bronze. Das ist toll." Dass die Sächsin Otto der Thüringerin Kraushaar den erneuten Weg nach 1998 auf das oberste Podest versperrte, konnte sie verschmerzen: "Bei aller Rivalität - die Beste soll gewinnen." Besonderes Lob verteilte die 53-Jährige jedoch für die Senkrechtstarterin des deutschen Trios: "Tatjana Hüfner gehört mit ihren 22 Jahren die Zukunft." Ebenso wie Schumann-Esmarch bei ihrer Olympia-Premiere 1972 holte sie Bronze.

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