Judo EM
Doppel-Bronze zum EM-Abschluss in Tiflis

Mit zwei Bronzemedaillen für die deutschen Judoka Heide Wollert und Franziska Konitz gingen die Europameisterschaften zu Ende. Die Bilanz bleibt dennoch durchwachsen.

Olympiasieger Ole Bischof als Fünfter ohne Medaille, Titelverteidigerin Heide Wollert entthront: Für die deutschen Judoka waren die Europameisterschaften im fernen Kaukasus nicht der erhoffte Traumstart in den neuen Olympia-Zyklus. Obwohl Kerstin Thiele (Leipzig) Silber sowie Michaela Baschin (Backnang), Franziska Konitz (Berlin) und Wollert (Leipzig) in Tiflis Bronze gewannen, wurde die Vorjahres-Bilanz (1 Gold/2 Silber/3 Bronze) nicht erreicht.

"Ich war diesmal der fünftbeste Judoka Europas in meiner Klasse. So etwas erreichen die Meisten nie. Ich habe gesehen, dass ich nicht weit weg von der Weltelite bin", kommentierte Ole Bischof seinen Auftritt in der georgischen Hauptstadt zumindest äußerlich gelassen. Der 29-Jährige aus Reutlingen hatte bereits im Vorfeld die EM nur als Zwischenschritt auf dem Weg zur WM abgewertet, war aber nach zwei knapp verlorenen Kämpfen enttäuscht. Ende August will sich der Mittelgewichtler in Rotterdam den Traum von seiner ersten WM-Medaille erfüllen.

Bischof nimmt den Kampf an

"Für mich waren die EM-Kämpfe wichtig. Ich habe mal wieder erfahren, dass auch mir nichts geschenkt wird und ich hart trainieren muss. Das werde ich tun", sagte Bischof, der in Tiflis gegen den Franzosen Alex Clerget und später im Duell um Bronze gegen Aljaz Sedej (Slowenien) jeweils in der Verlängerung (Golden Score) unterlag. "Ich war in beiden Kämpfen gleichwertig, aber das letzte Quäntchen hat gefehlt. Ich konnte einfach nicht erfolgreich werfen."

Besser machte es vor allem Kerstin Thiele. In der Klasse bis 70kg hielt die makellose Kampfbilanz der Mittelgewichtlerin bis in den Endkampf, ehe dort die Olympiazweite Lucie Decosse (Frankreich) zu stark war und nach 1:49 Minuten vorzeitig siegte. "Es war schade, dass der Kampf so früh vorbei war. Aber sie war die absolute Favoritin und ich bin total zufrieden mit Silber", sagte Thiele.

Pinske und Tölzer gehen leer aus

Beim ersten großen Auftritt der neuen Bundestrainer Michael Bazynski (Frauen) und Detlef Ultsch (Männer) überzeugte auch die Olympia-Neunte Michaela Baschin (Backnang). Der "Team-Floh" holte im Extraleichtgewicht bis 48kg Bronze und wiederholte damit den Erfolg von 2006. "Die Medaille kann eine Plakette aus Peking natürlich nicht ersetzen, aber ich bin trotzdem glücklich", sagte Baschin.

Am Schlusstag zogen gleich vier deutsche Kämpfer in die kleinen Finals um Bronze ein. Während Heide Wollert und Franziska Konitz jeweils vorzeitig siegten, unterlagen Michael Pinske (Berlin) und Ex-Europameister Andreas Tölzer (Mönchengladbach) knapp. Die Männerabteilung des Deutschen Judo-Bundes (DJB) musste deshalb ohne Medaille die Heimreise antreten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%