Judo EM
Judo-Held Bischof nutzt EM als Zwischenstation

Mit Olympiasieger Ole Bischof startet heute in Tiflis die Judo-EM. Der 29-jährige kündigte an die EM als Bestandsaufnahme auf dem Weg zur WM im August nutzen zu wollen.

Acht Monate nach der Goldshow von Peking betritt Olympiasieger Ole Bischof wieder die große Judo-Bühne. "Ich will gutes Judo zeigen und möglichst viele Kämpfe gewinnen. Der Titel steht für mich nicht im Mittelpunkt, Europameister war ich schon", sagt der Reutlinger.

Heute startet er in Tiflis bei der EM (24. bis 26. April) dennoch als Favorit im Halbmittelgewicht (bis 81kg). "Für mich ist die EM ein Zwischenschritt. Ich will unbedingt eine WM-Medaille gewinnen", sagt Bischof.

"Brauche Kämpfe gegen richtige Knaller

Ursprünglich wollte sich Bischof komplett auf die WM im August in Rotterdam konzentrieren. "Aber bei der EM kann ich überprüfen, wo ich stehe. Ich brauche die Kämpfe gegen die richtigen Knaller, und die sind in Georgien dabei."

Bundestrainer Detlef Ultsch stimmt dem Star zu. "Ole soll in Tiflis kämpfen, um Kontakt mit der Weltspitze zu halten. Sonst geht die WM in die Hose." Der viele Jahre im Nachwuchs erfolgreiche zweimalige Weltmeister (1979, 1983) übernahm nach den Oympischen Spielen in Peking den Trainer-Job von Frank Wieneke, dem langjährigen Heimcoach und Vertrauten Ole Bischofs.

"Wir haben in der EM-Vorbereitung einiges anders gemacht, aber zwischen uns passt es schon", sagt Bischof. Der 29-Jährige war laut Ultsch im EM-Vorbereitungscamp Frankfurt/Oder "in hervorragender Verfassung". Auch wenn Bischof selbst einräumt, nicht so viel trainiert zu haben wie vor früheren Höhepunkten.

Viele Termine nach Olympiasieg

Als Olympiasieger kamen für den Volkswirtschafts-Studenten noch Auftritte und Termine hinzu. Bischof reiste zu gut dotierten Gasttrainings-Auftritten in die USA, kämpfte einige kleinere internationale Turniere und kümmerte sich auch um den Fortgang seines Studium ins Köln.

"Ich könnte weiter sein. Drei Klausuren und die Diplomarbeit fehlen noch, dann bin ich Diplom-Volkswirt, aber ich bekomme auch den Titel nicht geschenkt", sagt Bischof.

Für die deutschen Judoka ist der Olympiasieger laut Ultsch beim ersten Auftritt unter neuer Führung (bei den Frauen ersetzte Michael Bazynski den in den Ruhestand gewechselten langjährigen Erfolgscoach Norbert Littkopf) "der Fels in der Brandung".

Außerdem ist die Leipziger Halbschwergewichtlerin (bis 78kg) Heide Wollert als Titelverteidigerin in der Mitfavoriten-Rolle. Athen-Olympiasiegerin Yvonne Bönisch (Potsdam) hat nach der Pleite in Peking eine Auszeit genommen und will erst im Herbst wieder auf die Judomatte Tatami zurückkehren.

© SID

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