Judo Turnier
Deutsche Judoka schwächeln in Hamburg

Beim Super-Weltcup in Hamburg haben die deutschen Judoka durchwachsene Leistungen auf die Matte gelegt. Die Gastgeber blieben beim Heimspiel ohne Sieg, Annett Böhm, Yvonne Bönisch und Anna von Harnier wurden Zweite.

Der Auftakt in die neue Saison ist für die deutschen Judoka nicht nach Wunsch gelaufen. Beim Super-Weltcup-Turnier in Hamburg blieben die Gastgeber erstmals seit Jahren ohne Sieg und zeigten weitestgehend durchwachsene Leistungen. Wenigstens die deutschen Frauen blieben beim Start in die vor-olympische Saison und Richtung Peking 2008 einigermaßen im Soll und erreichten insgesamt drei zweite Plätze.

Am dichtesten vor dem Gesamtsieg stand Annett Böhm. Die 27 Jahre alte Leipzigerin ertrotzte im Endkampf der Klasse bis 81kg gegen Vorjahresfinalistin Asuka Oka aus Japan mit beherztem Kampf eine Verlängerung, erst nach mehr als sieben Minuten musste sich die Olympia-Dritte von Athen geschlagen geben. Finalniederlagen kassierten auch Olympiasiegerin Yvonne Bönisch aus Potsdam in der Klasse bis 57kg sowie die Böblingerin Anna von Harnier in der Klasse bis 63kg.

"Wir brauchen mehr Willensstärke"

Männer-Bundestrainer Frank Wienecke zeigte sich von seinen Schützlingen, die über drei dritte Ränge nicht hinauskamen, enttäuscht. "Wir brauchen mehr Willensstärke, ich werde im Training neue Akzente setzen", sagte der Olympiasieger von 1984 und strich seinen Kaderathleten den trainingsfreien Montag: "Das soll keine Strafe, aber ein Signal sein."

Ein schwarzes Wochenende erlebten in der Hansestadt die Routiniers Andreas Tölzer und Sandra Köppen. Der Europameister im Super-Schwergewicht aus Mönchengladbach scheiterte ebenso vorzeitig wie die 31 Jahre alte Ex-Europameisterin aus Brandenburg, die in allen ihren Kämpfen weit unter Form blieb. Kaum besser erging es Titelverteidigerin Heide Wollert aus Halle in der Klasse bis 70 Kilogramm.

Dennoch wollte Peter Frese, Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB), im Gegensatz zu Nationalcoach Wieneke von einem schwachen Abschneiden seiner Athleten nichts wissen. "Ich denke, dass wir auf dem richtigen Weg sind, zum Teil haben wir herausragende Kämpfe gesehen", sagte der Verbandsvorsitzende.

Organisatorischer Erfolg

Erfolgreich verlief die fünfte Auflage des Hamburger Mammut-Turniers nur in organisatorischer Hinsicht. 3 200 Zuschauer, unter ihnen Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust, sorgten in der ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle für einen würdigen Rahmen. Im kommenden Jahr soll das Turnier möglicherweise auf drei Tage verteilt werden, um dem Publikum strapaziöse Marathon-Sitzungen zu ersparen.

Als Drei-Tage-Event wäre der Super-World-Cup auch ein idealer Test für die Welttitelkämpfe, die der DJB 2011 in der norddeutschen Metropole ausrichten will. Eine entsprechende Bewerbung ist bereits erfolgt, die Entscheidung fällt der Judo-Weltverband am Rande der Welttitelkämpfe Mitte September in Rio de Janeiro.

© SID

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