Judo WM
Deutsche Judoka verpassen bei WM Olympia-Tickets

Aufgrund der schwachen Leistungen bei der WM in Rio de Janeiro konnte der DJB lediglich zwei Olympia-Tickets in 13 Klassen erkämpfen. Nur Yvonne Bönisch und Anna von Harnier können ihre Reise nach China bereits planen.

Die deutschen Judoka wurden bei der WM in Rio de Janeiro reihenweise auf die Matten geschickt. Auch die Hoffnungsträgerin des Deutschen Judo Bundes (DJB), Olympiasiegerin Yvonne Bönisch, konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Die angeschlagene Vizeweltmeisterin von 2003 und 2005 ging als Siebte im 57-kg-Limit diesmal leer aus. Für den DJB gab es somit in 13 olympischen Klassen nur zwei direkte Plätze für Peking 2008. Die Männer versagten diesbezüglich komplett.

"Mein Trumpf-Ass Bönisch war durch den doppelten Bänderriss vom August gehandicapt. Sie musste sich in einer Form präsentieren, die sie sich nicht gewünscht hat", nahm Frauen-Bundestrainer Norbert Littkopf seinen Star in Schutz. Nach Auftakt-Bronze von Sandra Köppen-Zuckschwerdt (Brandenburg/+78kg) gelang lediglich noch Anna von Harnier (Böblingen) als Fünfter in der Klasse bis 63kg nach verlorenem Bronze-Kampf die Olympia-Qualifikation.

Verpasste Olympia-Tickets schmerzen DJB

"Die verpassten Tickets tun richtig weh - jetzt müssen wir in die Tretmühle der Ranglistenturniere", sagte ein enttäuschter DJB-Präsident Peter Frese: "Alle haben gekämpft, aber teilweise ungeschickt verloren. Der Traum waren drei Medaillen und fünf Olympiaplätze - die Gegner haben das nicht zugelassen."

Männer-Bundestrainer Frank Wieneke meinte: "Es war nicht abzusehen, dass es hier so bärenstark wird." Littkopf war trotz der Teilerfolge "nicht zufrieden". Bönisch habe auch etwas das Selbstbewusstsein gefehlt.

Die 26-jährige Potsdamerin, die nach der Verletzung im Training große Abstriche machen musste, kam nach einer Niederlage gegen Bernadett Baczko (Ungarn) in die Trostrunde. Dort siegte sie zweimal und musste dann in einer Festhalte der Italienerin Giulia Quintavalle nach 3:20 Minuten aufgeben. Rang fünf und das Olympiaticket waren damit futsch.

Nun bleibt in fast allen Klassen nur der beschwerliche Weg über die kräfteraubenden Ranglisten-Turniere. Am WM-Abschlusstag mit den nichtolympischen Open-Kategorien ist lediglich noch Michaela Baschin (Backnang) in der Kategorie bis 48kg auf Titeljagd.

Der siebte Platz von Robert Gess (bis 73kg) und der neunte Rang der Olympiadritten Annett Böhm (beide Leipzig/bis 70kg) waren mit Blick auf Peking wertlos. Romy Tarangul (Frankfurt/Oder - bis 52kg), Jonas Focke (Osnabrück/bis 66kg), Ex-Europameister Ole Bischof (Reutlingen/ bis 81kg) und Michael Pinske (Berlin/bis 90kg) schieden ohne Platzierung aus.

Zolnirs Bronze-Traum platzt nach 15 Sekundeny/b>

Anna von Harnier (26) kämpfte sich über die Trostrunde nach zwei Siegen und der Niederlage gegen die Olympiadritte Urska Zolnir (Slowenien) immerhin bis ins kleine Finale gegen Ayumi Tanimoto aus Japan. Gegen die Olympiasiegerin war der Traum vom erneuten Bronze wie 2003 aber bereits nach 15 Sekunden vorbei.

Die 27-jährige Böhm verlor gleich ihren ersten Kampf gegen die spätere Weltmeisterin Gevrise Emane aus Frankreich. In der Hoffnungsrunde kassierte sie ihre zweite Niederlage gegen die Ungarin Anett Meszaros.

© SID

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