Judo WM: Frauen erstmals seit 15 Jahren ohne WM-Medaille

Judo WM
Frauen erstmals seit 15 Jahren ohne WM-Medaille

Bei der WM in Tokio platzten am Wochenende alle Medaillenhoffnungen der deutschen Judoka. Romy Tarangul konnte sich im Kampf um Bronze nicht gegen Bundmaa Munkhbaatar durchsetzen.

Deutschlands Judoka droht fünf Monate nach dem EM-Debakel von Wien auch bei den Weltmeisterschaften in Tokio eine empfindliche Pleite. Am Wochenende platzten erneut alle Medaillenhoffnungen des Deutschen Judo-Verbandes (DJB), der vor den beiden letzten Konkurrenzen am Montag nur den zweiten Platz durch Schwergewicht Andreas Tölzer auf dem Konto hat.

"Wir haben insbesondere bei den Frauen die Erwartungen nicht erfüllt. Wir müssen dringend Ursachenforschung betreiben", sagte DJB-Präsident Peter Frese. Die erfolgsverwöhnten deutschen Damen werden erstmals seit 1995 ohne WM-Medaille bleiben, zum Abschluss sind in der offenen Klasse keine deutschen Kämpferinnen mehr am Start.

Romy Tarangul verpasst Bronzemedaille

Am Sonntag verpasste Romy Tarangul das zweite deutsche Edelmetall. Die WM-Dritte des Vorjahres unterlag im Bronze-Kampf der Klasse bis 52 kg der Mongolin Bundmaa Munkhbaatar. Die 22-Jährige aus Frankfurt an der Oder musste bereits nach 50 Sekunden die entscheidende große Wertung (Ippon) hinnehmen und war danach völlig aufgelöst.

Bereits am Vortag hatte Claudia Malzahn (Halle) eine bittere Niederlage erlitten. Die Weltranglistendritte aus Halle/Saale kassierte gegen die 39 Plätze tiefer eingestufte Aserbaidschanerin Ramila Yusubova nach 65 Sekunden die entscheidende große Wertung. "Ich bin natürlich enttäuscht, hatte mir mehr erhofft. Die Vorbereitungen liefen wirklich gut, ich bin traurig, dass es nicht geklappt hat", sagte Malzahn, die 2009 in Rotterdam eine von vier deutschen Bronzemedaillen gewonnen hatte.

Gastgeber Japan überragende Nation

Auch die restlichen deutschen Starter verabschiedeten sich am Wochenende frühzeitig, dabei konnten sich Christopher Völk und Tobias Englmaier aber zumindest teuer verkaufen. Der Abensberger Völk unterlag in der Klasse bis 73 kg in der dritten Runde trotz couragierter Vorstellung gegen den Japaner Hiroyuki Akimoto, der sich auch den Weltmeistertitel sicherte. "Wenn ich eine Nacht drüber geschlafen habe, denke ich, dass ich mit einem guten Gefühl hier rausgehen kann", sagte Völk, der ein ausdrückliches Lob von Präsident Frese bekam: "Christopher stand gegen Akimoto auf Augenhöhe mit einem Weltklassejudoka, er ist auf dem richtigen Weg Richtung Olympia."

Englmaier hatte derweil Lospech und traf schon in seinem ersten Kampf in der Klasse bis 60 kg auf Europameister Sofiane Milous (Frankreich). Der Weltranglisten-26. hielt gut mit, ehe er nach 3:55 Minuten mit Ippon unterlag.

Zur überragenden Nation wurde erwartungsgemäß Gastgeber Japan. Die Kämpfer aus dem Judo-Mutterland hatten vor den letzten beiden Entscheidungen acht der vergebenen 14 Titel geholt. Am Montag greift Tölzer in der offenen Gewichtsklasse nach seiner zweiten Medaille. Neben dem Mönchengladbacher ist in Robert Zimmermann (Potsdam) ein zweiter deutscher Judoka im Einsatz.

© SID

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