Judo WM
Judo-Frauen holen bei Team-WM Silber

Die deutschen Judo-Frauen haben bei der Team-WM die Silbermedaille gewonnen. Das ersatzgeschwächte Team musste sich im Finale in Antalya mit 2:3 den Niederlanden geschlagen geben.

Als WM-Starter wider Willen den ganz großen Wurf nur um Haaresbreite verpasst: Die deutschen Judo-Frauen haben mit der Silbermedaille im türkischen Antalya völlig überraschend ihr bestes Ergebnis bei einer Mannschafts-Weltmeisterschaft gefeiert. "Damit war unter diesen Bedingungen bestimmt nicht zu rechnen. Aber die Mädels sind für ihr tapferes Auftreten belohnt worden", sagte Bundestrainer Michael Bazynski nach der 2:3-Finalniederlage gegen die Niederlande.

Erst auf Druck des Weltverbandes hatte der Deutsche Judo-Bund (DJB) dem Start am ungeliebten Mannschafts-Turnier der acht besten Nationen zugestimmt, für das Bazynski nach einigen Absagen schließlich nur ein "B-Team" zur Verfügung stand. "Trotzdem haben wir heute am Ende einer doch recht unglücklich verlaufenen Saison gezeigt, dass wir zur Weltspitze gehören", sagte der Coach, dessen Schützlinge bei der EM im April und der Einzel-WM im September ohne Medaille geblieben war.

DJB-Team schnupperte an der Sensation

In Antalya durfte das DJB-Team, das mit couragierten Auftritten gegen Ex-Weltmeister China und Frankreich (jeweils 3:2) in den Endkampf eingezogen war, sogar an der Sensation schnuppern. Im Finale sorgte Susi Zimmermann (Frankfurt/Oder/52 kg) für die 1:0-Führung. Nach der Niederlage vom Miryam Roper (Leverkusen/57 kg) verpasste Claudia Malzahn (Halle/63 kg) gegen Europameisterin Elisabeth Willeboordse knapp das 2:1. "Claudia hat ganz unglücklich verloren. Sonst hätte es vielleicht zum Titel gereicht", sagte Bazynski.

Iljana Marzok (Berlin/70 kg) kassierte die entscheidende dritte Niederlage, die ganz stark kämpfende Heide Wollert (Leipzig/über 70kg) holte im letzten Kampf den bedeutungslosen zweiten Sieg für die deutsche Mannschaft, die Silber noch in der Halle ausgiebig feierte. Nach Bronze zwei Jahre zuvor war es erst die zweite deutsche Medaille bei der seit 1994 ausgetragenen Team-WM.

Teilnahme in Antalya nicht die schlechteste Investition

Dabei hatte der DJB mit dem Thema Antalya bereits frühzeitig abgeschlossen, die Kosten für den international nur mäßig bedeutenden Wettbewerb wollte der finanziell nicht auf Rosen gebettete Verband einsparen. "Die Teilnahme war eigentlich gestrichen. Wir bekommen schließlich nur Fördergelder für Wettkämpfe in olympischen Disziplinen, für eine Team-WM nicht", sagte Bazynski.

Doch der Weltverband IJF intervenierte, wollte er doch mit einem möglichst stark besetzten Turnier Pluspunkte für eine Aufnahme ins olympische Programm von 2016 sammeln: "Uns wurde zu verstehen gegeben: Wenn ihr nicht dabei seid, dann könnt ihr auch an einer späteren Olympia-Qualifikation nicht teilnehmen", sagte DJB-Präsident Peter Frese. An den Kosten beteiligte sich die IJF nicht, so dass laut Frese "5 000 bis 7 000 Euro" aus dem Verbands-Sparstrumpf geopfert werden mussten. Letztlich sicher nicht die schlechteste Investition.

© SID

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