Judo WM: Judo-Schwergewicht Tölzer wird Vize-Weltmeister

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Judo-Schwergewicht Tölzer wird Vize-Weltmeister

Zum Auftrag der Judo-WM in Tokio hat Andreas Tölzer Silber geholt. Im Finale unterlag der EM-Dritte dem Franzosen Teddy Riner. Heide Wollert dagegen verpasste eine Medaille knapp.

Schwergewicht Andreas Tölzer hat dem Deutschen Judo-Bund (DJB) am Eröffnungstag der Weltmeisterschaften in Tokio eine Silbermedaille beschert. Der ehemalige Europameister aus Mönchengladbach unterlag in der Klasse bis 100 kg erst im Finale dem französischen Topfavoriten Teddy Riner und holte sein erstes Edelmetall bei Welttitelkämpfen. Für den erst 21 Jahre alten Riner war es bereits der dritte WM-Titel in Folge in der höchsten Gewichtsklasse.

"Nachdem ich die Auslosung gesehen hatte, war mir klar, dass ich eine große Chance habe. Die habe ich genutzt, und jetzt bin ich sehr glücklich, eine WM-Medaille gewonnen zu haben", sagte Tölzer. Das Finale gegen den 2,04-m-Hünen aus Guadeloupe hielt er lange offen, musste sich erst in der Verlängerung geschlagen geben. "Mit dem Endkampf bin ich nicht zufrieden, ich kam in den Kampf nicht richtig rein", sagte der 30-Jährige, der am Montag in der offenen Klasse die Chance auf eine weitere Medaille hat.

Tölzer stand vor dem Karriere-Ende

"Andreas ist aus einem tiefen Tal zurückgekommen, das war für den Jungen heute ein sensationeller Tag", sagte Bundestrainer Detlef Ultsch. Tölzer hatte erst im April mit EM-Bronze sein internationales Comeback gefeiert, nachdem er wegen einer Virusinfektion im Nacken monatelang nicht trainieren konnte und sogar das Karriereende befürchten musste.

Auf dem Weg ins WM-Finale entschied Tölzer sämtliche fünf Kämpfe vorzeitig für sich. Im Viertelfinale musste sich der Weltranglistenzweite Islam El Shehaby aus Ägypten ebenso mit großer Wertung (Ippon) geschlagen geben wie in der Vorschlussrunde Frankreichs Ex-Europameister Matthieu Bataille.

Wollert verpasst Bronze knapp

Heide Wollert aus Leipzig (78 kg) verpasste derweil eine Medaille. Die Weltranglistenzweite unterlag im kleinen Finale der Japanerin Akari Ogata durch Ippon. Zuvor hatte sich Wollert, 2009 in Rotterdam noch Dritte, im Halbfinale der wie Ogata erst 19 Jahre alten Brasilianerin Mayra Aguiar nach 72 Sekunden vorzeitig geschlagen geben müssen. In der zweiten Runde hatte Wollert noch die ungarische Europameisterin Abigel Joo bezwungen.

Die vier weiteren Starter des Deutschen Judo-Bundes (DJB) scheiterten bereits früh. Robert Zimmermann (Potsdam/über 100 kg) unterlag im ersten Kampf dem Russen Dimitri Sterchow, für Dino Pfeiffer (Karlsruhe/100kg) kam ebenfalls schon im Auftaktduell gegen Elmar Gasimov aus Aserbaidschan das Aus. Franziska Konitz (Berlin/über 78 kg) stand im zweiten Kampf gegen Qian Qin aus China auf verlorenem Posten. Luise Malzahn (Halle/78 kg) scheiterte in der ersten Runde an Kayla Harrison (USA), die sich überraschend den Weltmeistertitel sicherte.

Gastgeber Japan holt zwei Mal Gold

Takamasa Anai (100 kg) bei den Männern und Mika Sugimoto (über 78 kg) bei den Frauen holten am Eröffnungstag die beiden ersten Goldmedaillen für Gastgeber Japan.

Am Freitag greift Olympiasieger Ole Bischof ins Geschehen ein, der Reutlinger trifft in der Klasse bis 81 kg zunächst auf den Moldauer Valeriu Duminica. Nur Außenseiterchancen haben in der Frauen-Konkurrenz bis 70 kg Iljana Marzok (Berlin) und Kerstin Thiele (Leipzig). Bei den Männern ist in der Gewichtsklasse bis 90 kg kein deutscher Kämpfer am Start.

© SID

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