Judo WM
Vier WM-Bronzemedaillen für deutsche Judoka

Bei der Judo-WM in Rotterdam haben die deutschen Athleten die Erwartungen übertroffen. Es gab Bronze für Heide Wollert, Ole Bischof, Claudia Malzahn und Romy Tarangul.

Angeführt von Olympiasieger Ole Bischof haben die deutschen Judoka mit vier Bronzemedaillen die erfolgreichste WM seit sechs Jahren gekämpft. Nach den Enttäuschungen von Kairo (2005) und Rio de Janeiro (2007) überzeugten die Athleten der deutschen Auswahl im Ahoy-Sportpalast von Rotterdam mit ansprechenden Leistungen und verpassten oft nur knapp den Finaleinzug. Die Erwartungen des Deutschen Judo-Bundes (DJB) wurden weit übertroffen.

"Das war ein beeindruckender Auftritt unseres Teams. Unsere Erwartungen wurden schon zu Beginn des neuen Olympia-Zyklus übererfüllt", sagte DJB-Vizepräsident Lutz Pitsch.

Heide Wollert hatte am Samstag für die letzte Bronzemedaille gesorgt, einen Tag später scheiterte die bis dahin starke Franziska Konitz (Berlin) im Kampf um Platz drei an der Olympiazweiten Maki Tsukada (Japan). Neben Wollert hatten Bischof (Reutlingen), Claudia Malzahn (Halle/Saale) sowie Romy Tarangul (Frankfurt/Oder) Bronze gewonnen.

Bei den vergangenen Titelkämpfen hatte es durch Sandra Köppen-Zuckschwerdt (Bronze/2007) und Athen-Olymiasiegerin Yvonne Bönisch (Silber/2005) nur zu jeweils einer Medaille gereicht. Letzter deutscher Weltmeister war der Münchner Florian Wanner, der 2003 in Osaka Gold holte.

Bischof: "Meine erste WM-Medaille ist etwas Besonderes"

Den Traum vom WM-Triumph hat Ole Bischof noch längst nicht aufgegeben. "Wenn es optimal läuft wie in Peking, dann gelingt Gold. Wenn nicht, dann bin ich immer noch stark genug für eine Medaille", sagte Bischof: "Meine erste WM-Medaille ist schon etwas Besonderes. Nach dem EM-Titel vor vier Jahren und dem Olympiagold habe ich gezeigt, dass ich noch immer vorne mitmischen kann."

Seine Bronzemedaille sowie seinen 30. Geburtstag hatte Bischof am Freitagabend mit Eltern und Freunden gefeiert. "Wir sind in ein Sushi-Restaurant eingefallen." Keine 24 Stunden später feierte Teamkollegin Wollert den größten Erfolg ihrer Karriere. "Eine WM-Medaille war mein Traum. Der ist heute in Erfüllung gegangen", sagte die Leipzigerin.

Im kleinen Finale der Kategorie bis 78kg besiegte Heide Wollert die EM-Fünfte Celine Lebrun durch einen Festhaltegriff 36 Sekunden vor Ablauf der Kampfzeit entscheidend und feierte ihren ersten Sieg überhaupt gegen die starke Französin am Ende mit einem Freudentanz auf der Matte.

Weniger Grund zur Freude hatte Franziska Konitz einen Tag später. Die Berlinerin kämpfte sich bravourös bis ins Halbfinale, verlor dort aber gegen Karina Bryant (Großbritannien). Bronze verpasste Konitz schließlich durch die Niederlage gegen Tsukada, nach 3:48 Minuten war der Kampf durch Ippon beendet.

An den letzten beiden Wettkampftagen waren Vize-Europameisterin Kerstin Thiele (Leipzig/bis 70kg) nach einer Zweitrunden-Pleite sowie Michael Pinske (Berlin/bis 90kg) gar bei seinem ersten Auftritt überraschend schnell ausgeschieden. Für Dimitri Peters (Rotenburg/bis 100kg) war ebenfalls nach dem ersten Kampf Schluss, Andreas Tölzer (Mönchengladbach/über 100kg) verlor in der Hoffnungsrunde.

Weltmeister-Titel erkämpften Marhilde Verkerk (Niederlande/bis 78kg), Yuri Alvear (Kolumbien/bis 70kg) und Lee Kyu-Won (Südkorea/bis 90kg). Am Sonntag holten Tong Wen (China/über 78kg), Maxim Rakow (Kasachstan/bis 100kg) und Teddy Riner (Frankreich/über 100kg) Gold.

© SID

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