Jüngster Profi in der Geschichte des Sports
Millionen für das größte Sprungtalent

Der 16-jährige Skateboardprofi Ryan Sheckler ist ein gutes Beispiel dafür, wie in den USA Stars gemacht und mit aller Macht vermarktet werden.

LOS ANGELES. Wunderkind, Skate-Sensation, Jahrhunderttalent. Ryan Sheckler gähnt gelassen und sinkt noch etwas tiefer ins Sofa während er mit der Spielekonsole herumzockt. Der Kalifornier hat sie alle schon gehört, die Hymnen, die immer schnell angestimmt werden, wenn sein Name fällt. Geht das doch seit drei Jahren so. Solange ist Sheckler schon Skateboard-Profi.

Natürlich basiert der Erfolg des Teenagers aus San Clemente in erster Linie auf Skateboard-Tricks, die ihn schon zum Goldmedaillen-Gewinner der X-Games, also der Olympischen Spiele des Action Sports, und zum US-Skateboard-Champion gemacht haben. Aber solche Erfolge haben auch andere Kids vorzuweisen. Was ihnen im direkten Vergleich mit Sheckler fehlt, ist ein Portfolio an Sponsoren, das eher an das eines Michael Jordans oder eines Michael Schumachers denn an einen pubertierenden Teenager aus Amerika erinnert. Und genau hier beginnt die eigentliche Erfolgs-Story des Ryan Sheckler.

Von einer eigenen Schuhlinie der Marke Etnie, über die handsignierte Jeansmarke von Volcom bis hin zu lukrativen sechsstelligen Werbeverträgen mit dem Brausehersteller Mountain Dew, Nixon Watches, Oakley-Brillen und Red Bull. Sheckler ist das Produkt einer gezielt und frühzeitig aufgebauten Marketing-Kampagne, die so wohl nur in den USA möglich ist. Heute verdient der Knirps mit umgedrehter Baseballmütze auf dem Wuschelkopf rund 500 000 Dollar an Sponsorengeldern jährlich. Hinzu kommen noch Antrittsgelder und Siegprämien, die den 16-Jährigen, der noch mit zwei Brüdern zu Hause bei Mama Gretchen und Papa Randy lebt, jedes Jahr um rund eine Million Dollar reicher werden lassen.

„Ryan ist ein Ausnahmetalent. Und solche Talente müssen frühzeitig gefördert werden“, sagt Agent Circe Wallace über seinen jüngsten Klienten. Was er meint, sagt ein Sprecher der Sponsoren, die auf das Kindtalent von Sheckler gesetzt haben: „Ryan ist für die junge Marketing-Zielgruppe wie ein Goldesel, der ständig neue Dukaten ausspuckt.“ Mehr als 100 Blogs im Internet verfolgen die Entwicklung Shecklers. Wenn er zu einer Autogrammstunde in einem Skateboard-Laden erscheint, stehen die Teenager Schlange. „Das sind Ergebnisse, von denen ein Produkthersteller nur träumen kann“, sagt Skateboard-Legende Tony Hawk, der Sheckler für seine Videospiele rekrutiert hat und selbst durch den Sport zum mehrfachen Millionär wurde. Ein amerikanischer Traum.

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