Jurist erwartet für seinen Mandaten Bewährungsstrafe
Hoyzer-Anwalt: Es besteht keine Fluchtgefahr

Der Rechtsanwalt des ehemaligen Schiedsrichters Robert Hoyzer geht davon aus, dass sein Mandant «ganz schnell wieder zu Hause ist». Er rechnet mit einer milden Strafe.

HB BERLIN. Robert Hoyzers Anwalt Thomas Hermes sieht keinen Anlass für die Untersuchungshaft seines Mandanten. Der Essener Rechtsanwalt äußerte sich am Sonntag in mehreren Zeitungs-Interviews. «Ich will der Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen. Aber ich denke, dass Robert Hoyzer ganz schnell wieder zu Hause ist», sagte Hermes in der «BZ».

Die Staatsanwaltschaft sei davon ausgegangen, dass der Hauptbeschuldigte im Wettskandal, Hoyzer, nicht alles erzählt habe und daher möglicherweise noch mehr Informationen ans Licht kämen. «In dem Fall hätte Robert Hoyzer mit einer höheren Strafe zu rechnen. Das war der Anlass für den Haftbefehl. Ich sehe ihn nicht als gegeben, denn ich rechne am Ende mit einer Bewährungsstrafe», sagte Hermes in der «Berliner Morgenpost».

Hoyzer, der mehrere Spiel-Manipulationen gestanden hatte, war am Samstag in Untersuchungshaft genommen worden. Laut Staatsanwaltschaft wurde der Haftbefehl bereits am Donnerstag unter dem Vorwurf der «Mittäterschaft beim gewerbs- und bandenmäßigen Betrug in acht Fällen» erlassen worden. Auf diese Vergehen steht eine Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis.

Zumindest bis Montag wird der Ex-Schiedsrichter in Untersuchungshaft in der Justiz-Vollzugsanstalt in Berlin-Moabit einsitzen. «Es wird zeitnah einen Haftprüfungstermin geben. Das wird aber definitiv nicht am Sonntag geschehen», bestätigte Michael Grunwald, der Sprecher der ermittelnden Berliner Staatsanwaltschaft.

Bei den neuen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft geht es wahrscheinlich um das Regionalliga-Spiel Chemnitzer FC gegen Sachsen Leipzig am 29. November 2003. «Meinem Mandanten wurden für einen Leipziger Sieg 3500 Euro geboten. Bei Sieg durch Elfmeter 5000 Euro. Die Partie endete damals 1:1. Trotzdem bekam Robert Hoyzer per Bareinzahlung 500 Euro auf sein Konto. Dieses Spiel wurde der Staatsanwaltschaft nachgereicht», erläuterte Hermes.

Es sei ein Fehler seines Mandanten gewesen, dies nicht gleich der Staatsanwaltschaft mitzuteilen. Das habe er nun bei der Vernehmung nach seiner Verhaftung ausführlich getan, ergänzte Hermes. «Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine weiteren Manipulationsfälle», sagte der Anwalt im «Tagesspiegel». Es bestehe auch keine Fluchtgefahr.

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