Kampf gegen Doping
T-Mobile-Teamchef Aldag: „Wir wollen gläserne Athleten“

Rolf Aldag tritt seinen Job als Sportdirektor des T-Mobile Teams an. Mit einer neuen Philosophie will er die Glaubwürdigkeit in den Radsport zurück holen. Der Kampf gegen Doping ist für ihn wichtiger als der sportliche Erfolg. Deswegen hat er für seinen ehemaligen Teamkollegen Jan Ullrich kein Verständnis.

DÜSSELDORF. Nach dem Doping-Skandal um Jan Ullrich hat der große Umbruch im T-Mobile Team begonnen. Zum ersten Mal traf sich die neu formierte Mannschaft am vergangenen Wochenende im schweizerischen Lugano. Neben elf neuen Fahrern stand vor allem der künftige Sportdirektors Rolf Aldag im Mittelpunkt.

Im Interview mit Handelsblatt.com erklärte Aldag seine neue Philosophie: Nicht der Erfolg, sondern sauberer Sport soll künftig das wichtigste Ziel. „Bevor ein Fahrer bei uns unterschreibt, sollte er sehr gut darüber nachdenken, ob er mit unseren Anti-Doping-Regeln konform geht“, sagt Aldag.

Mit „gläsernen Athleten“ will Aldag gegen Doping in die Offensive gehen. So werden etwa von jedem Fahrer DNA-Profile angelegt, außerdem sollen unabhängige Experten das umfassende Anti-Dopingprogramm unterstützen.

Das Kapitel Jan Ullrich ist für Aldag endgültig abgeschlossen. Der Tour de France Sieger von 1997 werde nie wieder im T-Mobile-Trikot fahren. „Jan Ullrich hätte beweisen können, dass er nichts falsch gemacht hat. Er hat alle Chancen der Welt, indem er einen DNA-Test macht.“

Große Namen fehlen im Team für 2007. T-Mobile setzt auf junge, hungrige Fahrer wie U23-Weltmeister Gerald Ciolek, Linus Gerdemann (beide Köln) oder Patrik Sinkewitz (Künzell). Dazu sollen einige erfahrene erfahrenen Akteure wie Ex-Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers (Australien), Klassiker-Spezialist Servais Knaven (Niederlande) oder Jacob Piil (Dänemark) die Mannschaft führen.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
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