Kampfspiel gegen Österreich
Poss droht Rauswurf

Nach dem desolaten Auftritt seines Teams steht Trainer Greg Poss in der Schusslinie. Der US-Amerikaner leistete sich zudem gestern,beim Spiel gegen die Eidgenossen, einen bitteren Fehler. Während eines deutschen Powerplays im letzten Drittel, sieben Minuten vor Schluss, nahm Poss unnötig Goalie Jonas zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und kassierte prompt das fünfte Gegentor. Jetzt wackelt sein Stuhl gewaltig.

HB WIEN.Das Team von Greg Poss hat die Zwischenrunde verpasst. Jetzt wird die Kritik am Trainer immer lauter: Nach dem Absturz in die WM-Relegation kündigt sich für den Eishockey-Bundestrainer nun ein schneller Abschied an. "Wir werden nach der Weltmeisterschaft Bilanz ziehen und über die Folgen reden", erklärte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes, nach dem 1:5-Debakel der Nationalmannschaft gegen die Schweiz vielsagend.

Der Ex-Profi, für den Poss nicht unbedingt ein Wunschkandidat gewesen war, listet die nicht erreichten Ziel auf: "Wir haben das erste Ziel, Kasachstan zu schlagen, nicht erreicht. Wir haben das zweite Ziel, die Zwischenrunde, ebenfalls nicht erreicht. Jetzt geht es nur noch darum, zumindest das Minimalziel zu erreichen und den Abstieg zu vermeiden." Mit dem Derby gegen den WM-Gastgeber Österreich beginnt heute der Kampf ums Überleben in der A-Gruppe.

Sollte die Talfahrt unter dem zunehmend ratlosen Poss so rasant weitergehen, sind auch Konsequenzen schon vor den beiden letzten Relegationsspielen in Innsbruck am Montag gegen Slowenien und am Dienstag (jeweils 12.15 Uhr) gegen Dänemark offenbar nicht mehr ausgeschlossen. Je nach Situation müssen wir reagieren´, sagte Reindl und fügte an: "Wir wissen um die Dramatik, wie gefährlich die Situation ist."

Poss-Vorgänger Hans Zach kritisierte unterdessen seinen Nachfolger. "Seine Taktik- und Systemdiskussion in der Öffentlichkeit ist für jeden der Fachleute absolut lächerlich", sagte der Ex-Bundestrainer, der die DEB-Auswahl vor fünf Jahren zurück in die Erstklassigkeit und dann dreimal hintereinander ins WM-Viertelfinale geführt hatte. Poss hatte bei seinem Amtsantritt im vergangenen Oktober ein offensiveres System als sein Vorgänger propagiert.

Zudem war der Amerikaner mit dem erklärten Ziel angetreten, den achten Platz in der Weltrangliste zu verteidigen. Diese Platzierung, die etwa zur direkten Teilnahme an Olympischen Spielen berechtigt, hat die DEB-Auswahl bereits verspielt. Bei einem Abstieg wäre es praktisch unmöglich, sich direkt für Olympia 2010 in Vancouver zu qualifizieren. Turin 2006 hatte die deutsche Mannschaft unter Zach auf direktem Weg erreicht.

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