Kampfsport
Sponsoren scheuen Ultimate Fighting gewaltig

In Amerika ist er längst ein lukratives Geschäft, ja ein Milliardenmarkt. Am Samstag will der Kampfsport Ultimate Fighting nun auch den Markteinstieg in Deutschland schaffen. Doch mögliche Sponsoren und selbst der Namensgeber der Lanxess-Arena in Köln, wo die Premiere der Käfig-Kämpfe stattfindet, distanzieren sich - aus gutem Grund, meint die Großsponsoren-Vereinigung S20 und spricht von einem "Brutalo-Event".

KÖLN. Viel mehr als ein paar Werbespots für Telefonsex-Hotlines ist nicht drin. Seit März zeigt das Deutsche Sportfernsehen (DSF) samstags ab 23 Uhr die Prügeleien der weltweit härtesten und erfolgreichsten Kampfsportserie: Ultimate Fighting. Der Spartensender hat sich bis 2011 die Rechte daran gesichert.

Doch deutsche Unternehmen gehen in Deckung. "Die Firmen haben Sorge, ihre Produkte mit harten Duellen im Ring in Zusammenhang zu bringen", sagt DSF-Sprecher Sascha Jungbluth. Mögliche Interessenten warten ihm zufolge erst ab, wie sich Einschaltquoten und öffentliche Meinung entwickeln.

Am Samstag sollte der Gewaltshow eigentlich der Durchbruch gelingen: Dann marschieren die modernen Gladiatoren in die Kölner Lanxess Arena ein und treten damit erstmals auf deutschem Boden an. Im Heimatland USA ist der Kampfsport bereits ein lukratives Geschäft: Die Ultimate Fighting Championship (UFC) kassiert dort dank ihrer Sponsorenverträge mit Unternehmen wie Budweiser, Burger King oder Harley Davidson sowie mit Merchandising und Pay-TV Millionen.

Dem Boxsport den Rang abgelaufen

Das US-Magazin "Forbes" schätzt den Wert der UFC-Dachorganisation Zuffa inzwischen auf eine Mrd. Dollar. In den USA haben die Prügel-Events dem Boxen bereits den Rang als Kampfsportart Nummer eins abgelaufen. Gelingt ein ähnlicher Erfolg in Deutschland, will Zuffa die Ultimate Fighter auch nach Australien, Italien und in skandinavische Länder exportieren.

Doch die Strategie droht zu scheitern - denn mögliche Geldgeber zeigen der UFC hierzulande die kalte Schulter. "Ich glaube nicht, dass sich renommierte Sponsoren dafür finden lassen werden", sagte Dirk Huefnagels, Vorstand der Großsponsoren-Vereinigung S20, dem Handelsblatt. "Sie hätten dadurch deutliche Reputationsschäden zu befürchten." Er hält Ultimate Fighting für ein "Brutalo-Event". Auch die Fast-Food-Kette Burger King teilte auf Anfrage mit, dass im Gegensatz zu den USA in Deutschland kein Engagement bei Ultimate Fighting geplant sei.

Sogar der Chemiekonzern und Sponsor der Köln Arena, Lanxess, hat sich von den Käfig-Kämpfen distanziert. "Jegliche Zurschaustellung von Gewalt steht völlig im Widerspruch zu unseren Unternehmenswerten", sagte Lanxess-Sprecher Frank Grodzki dem Magazin "Focus". Die Firma könne die geplante Show allerdings nicht verhindern - man habe keinen Einfluss auf die Programmgestaltung.

Seite 1:

Sponsoren scheuen Ultimate Fighting gewaltig

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%