Kanu EM
Bronzegewinner Benzien einziger Slalom-Lichtblick

Jan Benzien hat bei der Kanu-EM in Nottingham die Bronzemedaille errungen. Insgesamt war die EM eine herbe Enttäuschung für die Slalomkanuten um Olympiasieger Alexander Grimm.

Erstmals seit fünf Jahren kein EM-Titel und nur eine "richtige" Bronzemedaille durch Canadier Jan Benzien: Die deutschen Slalomkanuten um den im Halbfinale ausgeschiedenen Olympiasieger Alexander Grimm haben in Nottingham enttäuscht. Eine Silber- und zwei Bronzemedaillen in den nichtolympischen Teamwettbewerben schönten die trübe Bilanz nur ein wenig.

"Es soll keine Ausrede sein, aber im nacholympischen Jahr treten einige Athleten ein wenig kürzer, haben mit ihrer Ausbildung zu tun", sagte Michael Trummer. Der neue Cheftrainer erwartet aber eine Steigerung in den nächsten Monaten: "Unser Saisonhöhepunkt ist die WM im September."

Immerhin konnte sich der Leipziger Benzien über die einzige Plakette in einer olympischen Disziplin freuen: "Ich bin sehr glücklich, es war seit WM-Silber 2002 meine erste Einzelmedaille." Vierter wurde beim Triumph des Olympiasiegers Michael Martikan (Slowakei) vor Landsmann Alexander Slafkovsky der Augsburger Sideris Tasiadis.

Grimm "körperlich kaputt"

Grimm fühlte sich dagegen auf den letzten Metern des Einerkajak-Halbfinals "körperlich kaputt", verlor die Linie und schaffte es nach ungewohnten Schnitzern als 13. nicht in das Finale. "Ich glaube nicht, dass mein Studium negativen Einfluss hat. Es lenkt eher mal ab und macht den Kopf frei", meinte der 22 Jahre alte Maschinenbau-Student: "Jetzt will ich mich im August für die WM qualifizieren."

Im Teamwettbewerb am Samstag war der Augsburger Grimm mit Sebastian Schubert (Hamm) und Tim Maxeiner (Wiesbaden) ganz nah am Gold dran gewesen, Gastgeber Großbritannien war nur winzige acht Hundertstelsekunden schneller. "Es ist natürlich ärgerlich, wenn man so knapp am ersten Platz vorbeischrammt. Aber für diese völlig neue Mannschaft, die so noch nie trainiert hat, ist es ein toller Erfolg", meinte Trummer.

Auf Platz drei landeten das Frauen-Trio Jennifer Bongardt (Köln), Melanie Pfeifer (Augsburg) und Jasmin Schornberg (Hamm) sowie die Canadier Benzien, Tasiadis und Nico Bettge (Magdeburg). Die Zweiercanadier mussten sich beim Sieg von Tschechien mit Rang fünf begnügen.

Frust in der Einzelkonkurrenz

Im Einzel war die Liste der Enttäuschungen lang. Weltmeisterin Bongardt schied als Zwölfte im Halbfinale aus, Pfeifer verpasste als Vierte um 2,53 Sekunden das Podest. Die besten deutschen Zweiercanadier David Schröder/Frank Henze (Leipzig) landeten nur auf dem siebten Rang. Die Athen-Olympiazweiten Marcus Becker/Stefan Henze hatten im Halbfinale ein Stangentor nicht erwischt, dafür 50 Strafsekunden kassiert und waren nur auf dem 18. Rang gelandet. Auch Bettge ärgerte sich über 50 Strafsekunden nach einem verpassten Tor, er schied auf dem 20. und letzten Rang aus.

© SID

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