Kanu EM
EM-Gold für Gille Wylenzek, Dittmer nur Sechster

Gold für Christian Gille/Tomasz Wylenzek sowie drei weitere Medaillen gab es für die deutschen Kanuten am ersten Finaltag der EM in Spanien. Nur Sechster wurde Olympiasieger Andreas Dittmer

Die erfolgsverwöhnten deutschen Kanuten sind mit einer Goldmedaille am ersten Finaltag der Europameisterschaften in Spanien unter den Erwartungen geblieben. Bei der Generalprobe für die Heim-Weltmeisterschaft in Duisburg (8. bis 12. August) glänzten nur die Zweiercanadier-Olympiasieger Christian Gille/Tomasz Wylenzek als Champions. Dazu gab es zweimal Silber und einmal Bronze, während Erfolgsgarant Andreas Dittmer als Sechster von Pontevedra baden ging.

"So hart mussten wir noch nie um einen EM-Titel kämpfen. Schneller hätten wir wirklich nicht fahren können, aber solche Sieg sind die schönsten", erklärte Gille. 0,270 Sekunden Vorsprung hatte das Erfolgsduo im Ziel vor dem Zweier aus Ungarn. Das blieb aber eine der wenigen Niederlagen für die Erzrivalen vom Balaton, die mit viermal Gold und Medaillen in allen neun Entscheidungen über 1 000 Meter Deutschland deutlich in den Schatten stellten.

"Wir haben sicher mehr erwartet", erklärte Sportdirektor Jens Kahl und kündigte für die Finals über 500 und 200 Meter am Sonntag Besserung an. Über die lange Distanz schafften nur Andreas Ihle/Rupert Wagner (Magdeburg/Essen) im Zweierkajak sowie der Viererkajak der Damen auf Platz zwei und Bronzegewinnerin Frederike Leue (Magdeburg) im Einerkajak den Sprung aufs Podest. Dass sie bei der Siegerehrung versehentlich die Silbermedaille bekam und der fast gekenterte Vierercanadier als Titelverteidiger nicht ins Ziel kam, krönte einen Tag mit Pleiten und Pannen.

"Scharzer Tag" für Dittmer

Besonders sauer war der dreimalige Einercanadier-Olympiasieger Dittmer, der als Sechster mit stolzen 8,3 Sekunden Rückstand auf den ungarischen Europameister Attila Vajda einen der bittersten Tage seiner langen Karriere erlebte. "Das war ein schwarzer Tag für mich, im Rennen hat komplett die Aggressivität gefehlt", meinte Dittmer: "Aber wer mich kennt, weiß, dass es bei der WM in Duisburg ein anderes Rennen geben wird."

Ob dann der Viererkajak der Männer in der EM-Besetzung mit von der Partie sein wird, ist nach dem enttäuschenden vierten Platz fraglich. Der Verband hatte als Leistungsnachweis eine Medaille gefordert, die auch Wildwasser-Weltmeister Max Hoff (Köln) als Vierter im Einerkajak nicht abliefern konnte.

Bei der EM vor einem Jahr im tschechischen Racice hatte das deutsche Team viermal Gold, elfmal Silber und dreimal Bronze gewonnen.

© SID

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