Kanu EM
Gold für Deutschland im Zweier- und Viererkajak

Ronald Rauhe/Tim Wieskötter im Zweierkajak und der Viererkajak mit Katrin Wagner-Augustin haben bei der Kanu-EM in Mailand die einzigen Goldmedaillen für Deutschland eingefahren.

Die erfolgsverwöhnten deutschen Kanuten haben nach den Europameisterschaften in Mailand bis zu den Olympischen Spielen in Peking offenbar noch eine Menge Arbeit vor sich. Bei der EM standen nur die seit 2001 international ungeschlagenen Ronald Rauhe/Tim Wieskötter im Zweierkajak und der Viererkajak mit Katrin Wagner-Augustin auf dem Treppchen ganz oben. Zudem gab es dreimal Silber, viermal Bronze und das durch Max Hoff auch in der zwölften Bootsklasse perfekt gemachte Olympia-Startrecht.

"Wir müssen noch an Kraft und Ausdauer arbeiten"

"Wir sind auf dem richtigen Weg. In zwölf olympischen Disziplinen haben wir acht Medaillen geholt, davon zweimal Gold - damit können wir genauso wie mit dem Peking-Ticket in allen Disziplinen zufrieden sein", bilanzierte Cheftrainer Reiner Kießler: "Aber einige Sportler haben gesehen, dass zu den Siegleistungen noch einiges fehlt. Wir müssen bis Olympia noch an Kraft und Ausdauer arbeiten."

Bei der EM vor einem Jahr war Deutschland mit achtmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze noch erfolgreichste Nation gewesen. Diesmal gewann Erzrivale Ungarn die meisten Titel.

Schon in Topform präsentierten sich knapp zwölf Wochen vor Olympia-Beginn Rauhe/Wieskötter, die mit dem letzten Paddelschlag nach 500m noch die lange führenden Spanier abfingen. "Das war purer Kampf, ich bin total kaputt. Jetzt wollen wir in Peking unsere Siegesserie fortsetzen", sagte Rauhe nach EM-Titel Nummer zehn.

"Das Adrenalin hat das weggezaubert"

Olympiasiegerin Wagner-Augustin paddelte nach dem Triumph mit dem Vierer-Flaggschiff auch noch auf Platz zwei im Einer, wo sie 0,28 Sekunden hinter der überragenden Ungarin Katalin Kovacs an ihrem zweiten Titel vorbeischrammte: "Platz eins und zwei - wenn ich das bei Olympia auch schaffe, wäre ich hochzufrieden. Mir hat zwar die Schulter gezwickt, aber das Adrenalin hat das weggezaubert."

Ebenfalls zwei Medaillen gewann Einercanadier-Talent Sebastian Brendel, der als Ersatz für Olympiasieger Andreas Dittmer mit Silber über 500m und Bronze über die doppelte Distanz glänzte. "Das ist ein Ergebnis, auf dem ich aufbauen kann. Jetzt will ich auch nach Peking", sagte Brendel, der sich bei den Weltcups in Szeged und Duisburg nun gegen Dittmer durchsetzen muss.

Silber gewann auch der Männer-Viererkajak. Bronze ging außerdem an Fanny Fischer/Nicole Reinhardt im Zweierkajak, Marina Schuck im nicht-olympischen 1 000-m-Einerkajak und Hoff in der gleichen Klasse.

"Startplatz für Peking war das Wichtigste"

"Ende gut, alles gut. Der Startplatz für Peking war das Wichtigste. Außerdem freue ich mich über meine erste Medaille im Rennsport", meinte Wildwasser-Weltmeister Hoff.

Andreas Ihle/Rupert Wagner (Magdeburg/Essen) im Zweierkajak und die gesundheitlich angeschlagenen Thomas Lück/Stefan Holtz (Neubrandenburg) im Zweiercanadier enttäuschten mit Platz vier genauso wie Torsten Lubisch auf Rang fünf im Einerkajak über 500m.

© SID

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