Kanu EM
Kanu-Duo Fischer Reinhardt holt EM-Gold

Die Kanutinnen Fanny Fischer und Nicole Reinhardt haben bei der Heim-EM die Goldmedaille im Zweierkajak im 200-Meter-Sprint gewonnen. Auch die Frauen-Staffel holte Gold.

Gold-Jubel dank des Zweierkajaks mit Fanny Fischer und Nicole Reinhardt sowie der Frauen-Staffel, dazu noch fünf Medaillen: Die deutschen Kanuten haben bei ihrer Heim-EM in Brandenburg am ersten Finaltag im Sprint einen ordentlichen Auftritt hingelegt. Silber steuerten über die 200m Einerkajak-Weltmeister Jonas Ems (Essen), der Frauen-Vierer um Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) sowie bei ihrer Premiere die 4x200-m-Staffeln der Canadier und Kajakfahrer bei. Der Zweiercanadier mit Robert Nuck/Stefan Holtz (Karlsruhe) wurde Dritter.

"Der Titelgewinn hier ist ein besonders schönes Gefühl, für mich ist es ja eine Heim-Heim-EM", sagte ein glückliche lächelnde Fanny Fischer. Die in Brandenburg aufgewachsene Olympiasiegerin vom KC Potsdam war mit Reinhardt (Lampertheim) nur eine Zehntelsekunde schneller als die bei der Zieleinfahrt kenternden Ungarinnen, nahm dann die Glückwünsche der fast komplett versammelten Familie entgegen. Auch ihre Tante, die deutsche Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer, war an die Strecke gekommen.

"Am Ende fehlten ein wenig die Kräfte, da war es ganz schön wackelig im Boot", sagte Reinhardt. Gemeinsam mit Wagner-Augustin und Conny Waßmuth (Magdeburg) behauptete sich das Duo ein paar Stunden später und gestärkt durch ein paar Bananen 0,30 Sekunden vor Ungarn.

Sportdirektor Kahl zufrieden

Sportdirektor Jens Kahl war mit dem Abschneiden zufrieden. "Das Ergebnis ist okay. Wir haben nicht die Sprint-Spezialisten wie anderen Nationen. Im Hinterkopf haben die Athleten die olympischen Disziplinen am Wochenende - da fehlt dann auch der letzte Biss", sagte er. Für die Finals am Samstag über 1000m und Sonntag über 500m sind vier Titel das Ziel.

Reinhardt drückte neben der Tribüne ihrem Freund Tim Wieskötter vergeblich die Daumen, der musste sich nach nur etwa einem Monat Training mit Ronald Rauhe (beide Potsdam) mit Rang acht begnügen. "Ich habe wegen der Viruserkrankung acht Wochen auf dem Sofa gelegen. Da fehlt noch ein Tick für die Medaillen", meinte der Zweierkajak-Olympiasieger. Rauhe, der am Sonntag noch im 500-m-Einerkajak antritt, sagte: "Es war mit Blick auf die WM ein wichtiger Start, wir sind wieder da." Ziel ist eine gemeinsame Medaille beim Saisonhöhepunkt Mitte August in Kanada.

Der Viererkajak mit Carolin Leonhardt (Mannheim), Waßmuth, Wagner-Augustin und Tina Dietze (Leipzig) paddelte mit nur fünf Hundertsteln Rückstand auf Ungarn am Titel vorbei. Der ebenfalls mit Silber dekorierte Ems ärgerte sich zunächst "über die knapp verpasste Titelverteidigung", stellte dann aber fest: "Ich war bei der letzten EM ja gar nicht dabei". Damit war die Welt für die Europameister von 2007 wieder in Ordnung.

Diesmal war der Sprint nur ein Vorspiel für die wichtigen Entscheidungen am Wochenende, in einigen Jahren wird die Bedeutung aber beträchtlich steigen. Der Kanu-Weltverband ICF treibt nämlich seine Pläne für die Aufnahme von 200-m-Rennen in das olympische Programm bei den Sommerspielen 2016 voran. Kahl beschäftigt sich im ICF-Rennsportkomitee mit diesem Thema und bereitet einen entsprechenden Beschluss im kommenden Jahr vor. Aus dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gebe es positive Signale für eine Veränderung.

© SID

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