Kanu EM
Vierercanadier holt einziges Gold

Am ersten Finaltag der Kanu-EM in Racice (Tschechien) konnte sich von den deutschen Teilnehmern nur der Vierercanadier den angestrebten Titel sichern. Hinzu kamen sechs Silber- und eine Bronzemedaille.

Bei der EM in Racice (Tschechien) hat der Vierercanadier am ersten Finaltag die Ehre der deutschen Kanuten gerettet. Das Quartett Robert Nuck (Leipzig), Stefan Holtz (Karlsruhe), Stephan Breuing (Bochum) und Thomas Lück (Neubrandenburg) sicherte sich vor dem Team aus Weißrussland mit einem Vorsprung von 0,948 Sekunden den Titel. Ansonsten mussten sich die deutschen Athleten mit sechs Silber- und einer Bronzemedaille begnügen.

"Natürlich hätten wir lieber mehr Goldmedaillen gewonnen. Aber die vielen zweiten Plätze sind nichts Bedenkliches, denn die EM ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur Weltmeisterschaft", sagte Chefbundestrainer Rainer Kießler.

Der Silberregen müsse für die Sportler Ansporn sein, bis zur WM Mitte August in Szeged/Ungarn die Trainingsqualität zu verbessern, so Kießler. Zudem könne man am Sonntag in den Finals über 500 und 200 Meter die Titelzahl erhöhen. Die Rekordbilanz der kontinentalen Titelkämpfe 2005 in Posen scheint jedoch schon jetzt unerreichbar: Damals holten die deutschen Kanuten insgesamt zehnmal Gold, fünfmal Silber und siebenmal Bronze.

Ungarn dominiert mit vier Titeln

Diesmal dominierte Erzrivale Ungarn mit vier Titeln. Lediglich der Vierercanadier, der in dieser Besetzung nur im Training zweimal zusammengekommen war, triumphierte mit 0,948 Sekunden Vorsprung vor Weißrussland. Die Entscheidungen in der nicht-olympischen Disziplin waren bis vor kurzem vom Deutschen Kanu-Verband (DKV) gar nicht besetzt worden.

"Jetzt will ich eine Goldmedaille. Nur zweite Plätze - das kann nicht sein", hatte Trainer Kay Vesely bereits vor dem Rennen gesagt. Nuck genoss die seltene Sternstunde: "Das war schon eine Genugtuung, dass ausgerechnet wir Gold gewinnen."

Der nach dem Verzicht der deutschen Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer zur Vorzeigefigur aufgestiegene Dittmer paddelte dagegen 0,244 Sekunden hinter dem Rumänen Florin Mironcic ins Ziel. "Es ist nicht angenehm, ohne Titel und mit einer aus meiner Sicht unberechtigten Disqualifikation nach Hause zu fahren. Aber bei der WM gibt es die Revanche", sagte Dittmer.

"Es ist halt nicht jeden Tag Weihnachten"

Den Zweiercanadier-Olympiasiegern Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen) fehlten im Duell gegen Polen nur 0,128 Sekunden zu Gold. Wylenzek: "Es ist halt nicht jeden Tag Weihnachten, aber immerhin haben wir die WM-Qualifikation geschafft."

Silber gewannen auch Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) im Einerkajak, Andreas Ihle/Rupert Wagner (Magdeburg/Essen) sowie Judith Hörmann/Gesine Ruge (Karlsruhe/Dresden) jeweils im Zweierkajak und der Viererkajak der Damen. Das Flaggschiff der Männer landete nur auf Platz drei. Im Einerkajak hatte Torsten Eckbrett (Potsdam) sogar das A-Finale verpasst und wurde im B-Endlauf nur Dritter.

© SID

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