Kanu National
Coach Kießler greift deutsche Kanuten an

Nach dem recht mäßigen Abschneiden der deutschen Kanuten bei der WM in Ungarn ist Bundestrainer Reiner Kießler hart mit seinen Schützlingen ins Gericht gegangen: "Einige verlieren den Realitätssinn", schimpfte Kießler.

Die "Pole Position" verloren, nur ein Titel auf den olympischen Strecken und dazu noch Probleme mit Birgit Fischer - bei den Kanu-Goldgaranten steht nach der WM in Szeged Ärger ins Haus. Chefbundestrainer Reiner Kießler kündigte mit Blick auf die Heim-WM 2007 in Duisburg mit ungewohnt harten Worten Konsequenzen an: "Einige verlieren ein bisschen den Realitätssinn. Sie wissen nicht, wo die Toleranzgrenze ist."

Der 55 Jahre alte Chefcoach will künftig bei der Teilnahme an Lehrgängen keine Zugeständnisse mehr machen. Offensichtlich gab es nicht nur wegen der extra für das `Zwischenjahr´ angesetzten Ausbildung einiger Athleten zu viele Ausnahmen. So rettete Dreifach-Champion Ronald Rauhe fast im Alleingang die Gesamtbilanz von viermal Gold und insgesamt 15 Medaillen. Gut, aber nicht gut genug - schließlich hatte es ein Jahr zuvor noch zehnmal WM-Gold gegeben. Diesmal zog Erzrivale Ungarn mit zwölf Titeln klar vorbei.

"Es wird ein strafferes Regime geben. Wir haben einige Baustellen", sagte Verbandspräsident Olaf Heukrodt. In der Kritik steht beispielsweise die entthronte Weltmeisterin Nicole Reinhardt (Lampertheim), die im olympischen Einerkajak über 500 Meter selbst im B-Finale nur auf den letzten Platz paddelte. Auch die Canadier-Olympiasieger Christian Gille aus Leipzig und Tomasz Wylenzek aus Essen enttäuschten über den Kilometer als Vierte.

Streit zwischen Verband und Fischer

Eine Führungsfigur wie die noch im Vorjahr glänzende Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer wurde schmerzlich vermisst. Eine Entscheidung über ihr Comeback mit Blick auf Peking 2008 habe sie noch nicht getroffen, das Tischtuch mit dem DKV sei zudem momentan zerschnitten. "Aber ich habe mehrere Angebote aus dem Ausland", sagt die 44-Jährige.

So ist neben Rauhe ausgerechnet der einst wegen Cannabis-Genusses gesperrte Robert Nuck die neue Vorzeigefigur. Der mit Gold und Silber im Canadier belohnte 23-Jährige feierte erst im Vorjahr sein Comeback und hat sich laut Kießler "besonnen und ist auf einem richtig guten Weg".

© SID

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