Kanu WM
Deutsche Kanuten siegen vierfach

Die deutschen Kanuten haben am ersten Finaltag der Heim-WM in Duisburg mit viermal Gold und insgesamt sechs Medaillen die Konkurrenz deklassiert. Unter anderem gewannen beide Viererkajaks die Goldmedaille.

Die deutschen Kanuten strahlten am ersten Finaltag der Heim-WM in Duisburg mit der Sonne um die Wette und haben mit vier Goldmedaillen und zwei Mal Silber das Soll schon am ersten Finaltag erfüllt. Doch Olympiasieger Andreas Dittmer im Canadier musste sich mit "Blech" und Platz vier begnügen. Zu Gold stürmten beide Vierer-Kajaks, mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt ließen die Olympiasieger Christian Gille/Tomasz Wylenzek im Zweier-Canadier die Konkurrenz stehen, und auch Gesine Ruge/Judith Hörmann vergoldeten ihr Zweier-Kajak.

Während Friederike Leue bei ihrer ersten WM mit lautstarker Unterstützung der Fans auf der ausverkauften Tribüne ebenso wie der Vierer-Canadier zu Silber fuhr, mussten sich neben Dittmer auch Andreas Ihle/Rupert Wagner im Zweier-Kajak mit dem vierten Platz zufrieden geben.

"Das war ein sehr guter Auftakt. Wir sind insgesamt auf einem sehr guten Weg in Richtung Olympia", sagte Bundestrainer Reiner Kießler. "Meine Aufgabe ist es jetzt, Andreas Dittmer wieder aufzubauen und Ihle/Wagner zu trösten." Begeistert zeigte sich auch Dosb-Präsident Thomas Bach. "Das ist eine tolle WM mit fantastischer Stimmung", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und IOC-Vize, der zudem lobte: "Es ist gut wie offensiv die Kanuten mit der Dopingproblemtaik umgehen und sich aktiv für den Kampf gegen Doping einsetzen."

Ein perfekter Auftakt unter endlich blauem Himmel gelang dem Frauen-Vierer mit Carolin Leonhardt (Mannheim), Conny Waßmuth/Magdeburg, Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Maren Knebel (Karlsruhe). Die Vize-Weltmeisterinnen entrohnten im einzigen Finale des Tages über 500m den Erzrivalen Ungarn, der auf Platz zwei vor Polen fuhr. "Wir haben das ganze Jahr gewonnen, alles andere als der WM-Titel wäre eine Enttäuschung gewesen", sagte Wagner-Augustin.

Hingegen eher überraschend kam der Gold-Coup des noch kurzfristig umbesetzten Männer-Vierers, der nur als Halbfinal-Vierter in den Endlauf eingezogen war. Angeführt von Nachrücker Lutz Altepost (Essen) bewies die Mannschaft mit Norman Bröckl (Berlin), Marco Herszel (Magdeburg) und Björn Goldschmidt (Karlsruhe) Steherqualitäten und holte Gold vor Polen und der Slowakei.

Seine Enttäuschung über die verpasste Medaille versuchte der 35-jährige Dittmer mit der Hoffnung auf einen Podestplatz über 500m am Sonntag im Zaum zu halten. "Die Leistungsdichte im Canadier-Einer ist so groß, da muss man auch mal mit dem vierten Platz zufrieden sein. Wer mich kennt, weiß natürlich, dass ich enttäuscht bin", sagte der Neubrandenburger, der nach der Hälfte der Strecke schon weit zurücklag: "Jetzt möchte ich vor dem Heim-Publikum am Sonntag unbedingt eine Medaille holen." Der Sieg ging an den Ungarn Attila Vajda.

Das Erfolgs-Duo Gille/Wylenzek (Leipzig/Essen) konnte sich sogar den Luxus leisten, kurz vor der Ziellinie den Gang rauszunehmen. Unaufhaltsam waren sie nach 800 m den Teams aus Kuba (Silber) und Polen (Bronze) davongezogen. Das Canadier-Quartett Robert Nuck (Leipzig), Erik Leue (Magdeburg), Thomas Lück (Neubrandenburg) und Stefan Holtz (Karlsruhe) musste sich nur Rumänien geschlagen geben.

Überglücklich war die 23-jährige Friederike Leue: "Ich bin total zufrieden mit der Silbermedaille, es war ein schönes Rennen. Mein Ziel sind aber die 500m, da will ich hin, denn die sind olympisch", kündigte die Magdeburgerin an - doch da muss sie erst an Katrin Wagner-Augustin vorbeikommen. Der Frauen-Vierer mit der Olympiasiegerin hat am Sonntag im nicht olympischen 200-m-Sprint erneute Titelchancen.

Am Samstagvormittag waren sechs von sieben gestarteten deutschen Boote ins Finale eingezogen, lediglich der Kajak-Vierer der Herren schied im Halbfinale hauchdünn aus. Ronald Rauhe/Tim Wieskötter (Potsdam) im Zweier-Kajak haben damit am Sonntag ebenso wie Jonas Ems (Essen) im Einer zwei Chancen auf Gold. Einen weiteren Halbfinal-Sieg steuerte Stefan Holtz (Karlsruhe) im Einer-Canadier bei. Gille/Wylenzek (Leipzig/Essen) im Zweier-Canadier und Fanny Fischer/Nicole Reinhardt (Potsdam/Lampertheim) schafften dank weniger gemeldeten Teilnehmern mit einem Vorlauf-Sieg den direkten Sprung ins Finale.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%