Kanu WM
Fischer Reinhardt neue Weltmeister im Zweierkajak

Zum Abschluss der Heim-WM in Duisburg siegten über 500m die Zweierkajaks Ronald Rauhe/Tim Wieskötter (Potsdam) und Fanny Fischer/Nicole Reinhardt (Potsdam/Lampertheim). Der Medaillenrekord (18) wurde knapp verpasst.

Bei der Heim-WM in Duisburg haben die deutschen Kanuten mit neun Siegen, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen ihren Titelrekord von vor zwei Jahren nur um eine Goldmedaille verpasst und bei der Olympia-Generalprobe ihr zweitbestes Ergebnis der Geschichte eingefahren. Neben den neun Titeln gab es für das von über 15 000 begeisterten Fans auf den überfüllten Tribünen angetriebene Team noch sechs Silber- und drei Bronzemedaillen sowie elf von zwölf möglichen Olympiatickets für Peking.

"Die Erwartungshaltung war sehr hoch, und wir haben ihr standgehalten. Das Ergebnis ist sensationell, auch wenn sich noch nicht einmal alle Träume erfüllt haben. In so einer erfolgreichen Mannschaft will halt niemand ohne Medaille abseits stehen", kommentierte Bundestrainer Reiner Kießler das Siegfestival bei strahlendem Sonnenschein. In Sachen Doping legte er für sein Erfolgsteam erneut die Hand ins Feuer: "Das sind saubere Erfolge. Wir sind auf einem guten Weg Richtung Olympia."

Auch die deutsche Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer, die ihre Rückkehr noch offenließ, meinte angesichts der Titelflut: "Der Weg ist richtig für Peking, aber es ist kein Ruhekissen." Ein Jahr vor den Sommerspielen setzten sich die Zweierkajak-Olympiasieger Ronald Rauhe/Tim Wieskötter (Potsdam), Fanny Fischer/Nicole Reinhardt (Potsdam/Lampertheim) und der Frauen-Viererkajak über 500m sowie die Canadier-Olympiasieger Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen) über 1000m durch.

Viererkajak sorgt für Sensation

Der sensationellste Triumph war jedoch der des Viererkajak-Flaggschiffs der Männer mit dem kurzfristig ins Boot zurückgekehrten Schlagmann Lutz Altepost. "Das ist einfach unglaublich schön, weil es niemand erwartet hat", meinte Altepost nach dem erfolgreich absolvierten Kilometer. Der dreimalige Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer (Neubrandenburg) musste sich bei seiner letzten WM mit Silber über 500m zufrieden geben.

In den nicht-olympischen Disziplinen holten über 1000m Gesine Ruge/Judith Hörmann (Dresden/Karlsruhe) Gold. Im 200-m-Sprint sammelte der Vierer mit Schlagfrau Carolin Leonhardt (Mannheim) seine zweite Goldmedaille ein, dazu triumphierten Jonas Ems (Essen) im Einerkajak und Fischer/Reinhardt.

Die Nichte von Rekord-Weltmeisterin Birgit Fischer freute sich wie eine Schneekönigin über ihr erstes WM-Gold ("Das ist einfach hammergeil"), während ihre 45 Jahre alte Tante neben Comeback-Plänen mit Vorwürfen gegen den Verband für Aufsehen sorgte. Silber gewannen über 200m Gille/Wylenzek und Rauhe/Wieskötter, über 1000m Einerkajak-Spezialistin Friedericke Leue (Magdeburg) und der Vierercanadier, der auch über 500m knapp an Gold vorbeischrammte. Bronze gab es über den halben Kilometer für den Frauen-Viererkajak, Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Gille/Wylenzek.

Bach: "Kanuten sind ein Vorbild für den deutschen Sport"

Sportlich enttäuschend war über die olympische 1 000-Meter-Distanz nur der vierte Platz von Dittmer (Neubrandenburg): "Natürlich bin ich enttäuscht, aber die Leistungsdichte ist halt sehr hoch."

Trotz Dittmers Pleite eroberte das deutsche Team (9 Gold/6 Silber/3 Bronze) Platz eins in der Nationenwertung von Ungarn (9/3/6) zurück und übertraf das WM-Vorjahresergebnis (4/9/2) deutlich. Das ausgegebene Ziel von dreimal Gold wurde pulverisiert, der Medaillenrekord der WM 2005 von Zagreb (10/5/3) nur um eine Goldmedaille verfehlt.

Auch Dosb-Präsident Thomas Bach war als Zuschauer begeistert: "Die Kanuten sind ein Vorbild für den deutschen Sport. Das war eine tolle WM mit fantastischer Stimmung. Und es ist gut, wie offensiv die Kanuten mit der Dopingproblemtaik umgehen und sich aktiv für den Kampf gegen Doping einsetzen."

© SID

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