Kartenverkauf
Korruptionsskandal erschüttert olympische Vorbereitungen

Schwere Vorwürfe: Mit Hilfe von Olympia-Verbänden sollen Karten für die Olympischen Spiele in London für das Zehnfache ihres eigentlichen Preises verkauft worden sein. Das IOC ist empört und kündigt Konsequenzen an.
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LondonNach einem Medienbericht über den illegalen Weiterverkauf von Tickets für die Olympischen Sommerspiele in London hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) Untersuchungen eingeleitet. Das IOC habe eine "sofortige Ermittlung" angeordnet und nehme die Anschuldigungen "sehr ernst", teilte das Komitee am Sonntag mit. Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte zuvor von "weitverbreiteter Korruption" beim Weiterverkauf von Olympia-Tickets berichtet.

Mitglieder verschiedener Nationaler Olympischer Komitees (NOK) und autorisierte Tickethändler sollen demnach massiv gegen die Regeln für den Weiterverkauf der begehrten Karten verstoßen haben. Auf dem Schwarzmarkt seien Tickets für den zehnfachen Preis ihres eigentlichen Wertes verkauft worden, berichtete die Zeitung. Beweise für den Ticket-Skandal, der sich über 54 Länder erstrecke, seien an das IOC weitergeleitet worden.

Die NOK's seien "eigenständige Organisationen", betonte das IOC in seiner Erklärung. Wenn sich die Anschuldigungen jedoch bestätigen sollten, werde das Komitee nicht zögern, "die schärfsten Strafmaßnahmen zu verhängen". Der "Sunday Times" zufolge wurden für die Sommerspiele in der britischen Hauptstadt 1,2 Millionen Eintrittskarten an ausländische NOK's ausgegeben, mehr als je zuvor. Dies habe den NOK's und Tickethändlern ermöglicht, den Schwarzmarkt mit Karten für besonders begehrte Wettbewerbe zu fluten.

Die Regeln des IOC für den Ticketverkauf sehen vor, dass die Nationalen Komitees ihre Tickets nur im eigenen Land verkaufen. Laut "Sunday Times" verstößt es gegen die Regeln, den Preis für die Karten um mehr als 20 Prozent in die Höhe zu treiben oder die Karten mit Hilfe nicht autorisierter Händler zu verkaufen. Die Olympischen Sommerspiele in London beginnen am 27. Juli.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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