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Kathrin Boron will bis Peking weiterrudern

Die viermalige Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron will ihre Karriere bis zu den Sommerspielen in Peking fortsetzen. "Solange die Leistung stimmt, gibt es für mich keinen Grund aufzuhören", so die 35-Jährige.

Nachdem Kathrin Boron das Ende ihrer Ruder-Karriere schon einmal nach hinten verlegt hatte, denkt die viermalige Ruder-Olympiasiegerin nun über die nochmalige Verlängerung ihrer Laufbahn bis zu den Sommerspielen 2008 in Peking nach. "Solange die Leistung stimmt, gibt es für mich keinen Grund aufzuhören. Und zurzeit stimmt die Leistung", sagte die erfolgreichste Ruderin der Welt dem sid.

Bereits nach Athen 2004 hatte die 35-Jährige ihren Rücktritt vom Leistungssport angekündigt und ihn dann auf das Saisonende 2005 verschoben. "Die WM in Japan Ende August reizt mich", begründete Boron damals. Jetzt fühlt sich die Mutter einer Tochter offenbar stark genug, der neuen Generation sogar einen weiteren olympischen Zyklus lang Paroli zu bieten.

Eine Demonstration ihrer aktuellen Leistungsstärke will Boron am kommenden Wochenende beim Weltcup-Finale auf dem Rotsee in Luzern (8. bis 10. Juli) liefern. Die achtmalige Weltmeisterin startet wie schon beim Weltcup in Eton Ende Mai im Einer. "Wenn es gut läuft in Luzern, werde ich auch bei der WM im Einer starten", sagt sie.

Unterstützung vom Verband für die Ausnahmeathletin

Ausschlaggebend dafür wird der zu erwartende Rückstand auf die favorisierte Sydney-Olympiasiegerin Jekaterina Karsten aus Weißrussland sein. Sollte sich der in Grenzen halten, sieht Boron "die Chance auf eine WM-Medaille" - das Minimum für eine Erfolgsbesessene wie sie.

Der Deutsche Ruderverband (DRV) freut sich über die Pläne seiner Galionsfigur. "Sie ist eine absolute Ausnahmeathletin und ein Glücksfall für den Verband", schwärmt Sportdirektor Michael Müller. Besonders Müller dürfte erleichtert darüber sein, dass Boron Peking ins Visier nimmt, schließlich überstrahlte in Athen das überragende Abschneiden der Skull-Frauen um Boron und Einer-Olympiasiegerin Katrin Rutschow-Stomporowski (Berlin) den insgesamt eher mauen Auftritt der deutschen Ruderer. Mit Boron im Aufgebot scheinen bei den Weltmeisterschaften in Japan, Eton (2006) und München (2007) schon jetzt Medaillen sicher.

Immer noch keine Olympia-Analyse

Auf den DRV ist Boron - wie viele andere deutsche Spitzenruderer - allerdings nicht gut zu sprechen. "Wir warten noch immer auf eine ausführliche Olympia-Analyse", sagt die Potsdamerin. Die einseitige Erfolgsbilanz in Athen wirft Fragen auf, deren Beantwortung aus Sicht der Athleten auch ein Jahr nach den Spielen noch aussteht.

Doch Boron hat in den vergangenen Jahren gelernt, sich vor allem auf sich selbst und ihre Leistung zu konzentrieren. Sie hört nicht auf Funktionäre, sondern auf Signale ihres Körpers. "Die Regeneration dauert heute viel länger als vor zehn Jahren" sagt sie. Die Rückenprobleme, die ihr in der Vergangenheit immer wieder zu schaffen gemacht haben, hat sie überwunden. Vor allem deshalb, weil ihr die anderthalbjährige Babypause, in der sie neue Kraft tanken konnte, schlichtweg gut getan hat. "Ich mache weiter, bis Olympia wieder nach Berlin kommt", sagt sie. Das ist dann aber doch eher scherzhaft gemeint.

© SID

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