Kein Club-Umzug
US-Gericht stärkt Profiligen

Mit den Phoenix Coyotes will Blackberry-Milliardär Balsillie die amerikanische Eishockey-Liga NHL aufmischen und das Team gleich in die kanadische Provinz Ontario umsiedeln. Ein Insolvenzrichter in Phoenix hat seine ehrgeizigen Pläne nun vorerst gestoppt. Vor dem Umzug müssten einige offene Fragen beantwortet werden.

OTTAWA. Der kanadische Milliardär Jim Balsillie, Miteigentümer des Blackberry-Herstellers Research In Motion (RIM), hat einen Rückschlag erlitten. Der Kauf des Eishockey-Klubs Phoenix Coyotes und dessen Umsiedlung vom US-Staat Arizona in die kanadische Provinz Ontario, ist zunächst gescheitert. Ein Insolvenzrichter in Phoenix entschied, dass die von Balsillie genannten Fristen angesichts der offenen rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen für den Wechsel des insolventen Klubs nicht ausreichen.

Der Kanadier hatte sein Angebot bis zum 29. Juni befristet, sodass die Coyotes bereits nächste Saison in der Profiliga NHL in Hamilton bei Toronto spielen könnten. Der Richter lehnte aber den Antrag auf Umsiedlung unter dem US-Insolvenzrecht ab, wobei er ausdrücklich hinzufügte, dies geschehe „ohne ein Urteil vorwegzunehmen“. „Wir sind noch im Spiel“, ließ Balsillie daher nach dem Urteil über einen Sprecher mitteilen.

Die Phoenix Coyotes hatten Anfang Mai Insolvenzantrag gestellt und Gläubigerschutz beantragt. Am gleichen Tag legte Balsillie zur Überraschung der NHL das Angebot vor, den Klub für 212 Mio. US-Dollar zu kaufen. Der Kampf zwischen Balsillie, der in den vergangenen Jahren erfolglos versucht hatte, die Pittsburgh Penguins und die Nashville Predators zu übernehmen, und der NHL-Führung unter ihrem Chef Gary Bettman hat große Bedeutung für das gesamte milliardenschwere Sportgeschäft der nordamerikanischen Profiligen. Diese sehen ihr Recht attackiert, allein über Vergabe und Ansiedlung von Franchises zu entscheiden.

Der Richter erklärte, dass er mit dem Verfahren Neuland betrete, weil erstmals ein Profi-Sportteam das Insolvenzverfahren nutzen wolle, um seinen Verkauf und eine Umsiedlung zu erreichen. Daher traten die National Basketball Association (NBA), die National Football League (NFL) sowie die Baseball-Funktionäre dem Verfahren auf NHL-Seite bei. Anderseits argumentierten Balsillie und Jerry Moyes, der Eigentümer der Coyotes, die NHL-Regeln verletzten die Wettbewerbs-Gesetzgebung der USA.

Balsillie will die defizitären Coyotes, die in den vergangenen drei Jahren Verluste von jeweils mehr als 36 Mio. US-Dollar machten, nur unter der Bedingung kaufen, dass er sie nach Kanada bringen darf. Die Coyotes sind eine frühere kanadische Franchise – die ehemaligen Winnipeg Jets, die erst 1997 in die Wüste Arizona umgepflanzt wurden.

Kanada hat derzeit nur sechs der 30 NHL-Teams. Balsillies Kampagne „Make it Seven“ erhielt viel Zustimmung – auch weil sein Unternehmen RIM seinen Hauptsitz im kanadischen Kitchener-Waterloo westlich von Hamilton hat. Das machte das Anliegen authentisch.

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