Kein Platz in der IOC-Athletenkommission: Hackl hat erneut das Nachsehen

Kein Platz in der IOC-Athletenkommission
Hackl hat erneut das Nachsehen

Im Rodelwettbewerb ging Georg Hackl leer aus, jetzt musste der dreimalige Olympiasieger in Turin die nächste Niederlage einstecken.

HB TURIN. Georg Hackl konnte sich bei den Olympischen Winterspielen in Turin am Ende noch einmal um zwei Plätze verbessern, verfehlt aber erneut sein Ziel. Mit 316 von 1982 Stimmen reichte es für den 39-jährigen Berchtesgadener nur zu Rang fünf bei der Wahl zur Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). "Es gab keine erste Niederlage, deshalb auch keine zweite", meinte der Olympia-Siebte im Einsitzer.

Die beiden zu vergebenen IOC-Positionen eroberten die kanadische Langläuferin Beckie Scott (449 Stimmen) und der finnische Eishockey- Spieler Saku Koivu (412) aus einem Kreis von 15 Kandidaten. Deutschland bleibt im IOC damit weiterhin durch Vizepräsident Thomas Bach und Walther Tröger vertreten. "Eine Enttäuschung war es für mich nicht. Ich wusste vorher, dass ich nur eine Außenseiterchance hatte", meinte Hackl. Teamsportler wie der Puck-Profi Koivu konnten viel mehr Kameraden für sich gewinnen, als er in seiner kleinen Rodel-Gemeinde. Dennoch habe ihn der Wahlkampf im Olympischen Dorf Spaß gemacht: "Ich bin auf viele Athleten zugegangen. Das war eine schöne Sache."

Eine erneute Kandidatur in vier Jahren bei den Winterspielen in Vancouver schloss er nicht aus. "Ehrlich gesagt, war die Resonanz der Athleten positiver gewesen, als ich gedacht hatte. Ich würde es deshalb nicht ausschließen", sagte Hackl. Außerdem freute er sich über die hohe Wahlbeteilung: 78,2 Prozent der 2560 akkreditierten Sportler gaben ihr Votum ab, so viele wie noch nie in der Olympia- Geschichte. "Das zeigt, was für ein hohes Bewusstsein an Demokratie es unter den Athleten gibt. Da können sich andere eine Scheibe abschneiden", meinte er.

Bedauerlich findet Claudia Bokel, Präsidentin der Athletensprecher der Europäischen Nationalen Olympischen Komitees, dass nach dem Hürdensprinter Florian Schwarthoff in Athen 2004 nun auch Hackl den Sprung ins IOC nicht schaffte. "Wir hätten da etwas zu sagen gehabt", meinte die frühere Fecht-Weltmeisterin, die 2008 in Peking für die nächsten Athletenwahlen als deutsche Kandidatin in Frage käme.

Der vom aktiven Sport zurückgetretene "Schorsch" Hackl würde gern im internationalen und nationalen Rodel-Verband eine Funktionärsrolle übernehmen. "Ich habe mich angeboten, mitzuarbeiten", berichtete Hackl, der im April zunächst an der Sporthochschule in Köln seine Diplom-Trainerausbildung beginnt. Auch eine Rolle im neuen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der am 20. Mai gegründet werden soll, könnte er sich vorstellen: "Allerdings muss man erst einmal abwarten, wie das Ganze aussehen wird."

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