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Keine DLV-Intervention im Fall Sebrle

Roman Sebrle kommt wohl endgültig mit seiner WM-Silbermedaille davon. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) verzichtet nach dem Ende der Untersuchungen auf rechtliche Schritte gegen den Tschechen.

Auf rechtliche Schritte wird der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) im Fall Roman Sebrle verzichten. Zuvor waren die Untersuchungen gegen den tschechischen Zehnkampf-Zweiten und seinen Landsmann Tomas Dvorak eingestellt worden. Das erklärte DLV-Präsident Clemens Prokop am Schlusstag der WM in Helsinki.

Zwar betrachtet der DLV die Entscheidung als falsch, sieht aber keinerlei Chance, eine Bronze-Medaille für den Berliner Andre Niklaus einklagen zu können. Sebrle und Dvorak hatten vor der letzten Disziplin von ihrem Mannschaftsarzt eine Injektion erhalten, bei der es sich nach ihren Angaben um eine Zuckerlösung gehandelt haben soll.

"Nach meinem Verständnis lag ein klarer Regelverstoß vor, der zur Disqualifikation hätte führen können", erklärte Prokop: "Aber wir müssen das Ergebnis so akzeptieren, da ein Protest ohne Aussicht auf Erfolg wäre."

Am Ende der Informationskette

Da der DLV "am Ende der Informationskette" gestanden habe, sei die Frist für einen Protest bereits abgelaufen. "Wir hätten zwar noch die Möglichkeit, vor den Internationalen Sportgerichtshof zu ziehen, aber es bedarf keiner Disqualifikation von Sebrle, um die sportliche Leistung von Andre Niklaus anzuerkennen. Außerdem hat er meines Wissens gar nicht gewollt, dass wir rechtliche Schritte einleiten", so Prokop.

Der 23-Jährige, der mit sechs Bestleistungen Rang vier belegt hatte, wäre bei einem Ausschluss des zweitplatzierten Weltrekordlers Sebrle auf den Bronzerang vorgerückt.

Olympiasieger Sebrle und Ex-Weltrekordler Dvorak hatten vor dem abschließenden 1500m-Lauf vom tschechischen Mannschaftsarzt eine Substanz injiziert bekommen, bei der es sich nach ihren Angaben um eine Zuckerlösung gehandelt haben soll. Die anschließende Dopingprobe der beiden Tschechen war negativ. Nach den Code der Internationalen Anti-Doping-Agentur Wada sind Infusionen während des Wettkampfs seit dem 1. Januar 2005 nur noch in akuten medizinischen Notfällen erlaubt.

© SID

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