sonstige Sportarten
Keine Hoffnung für Beerbaum und deutsche Equipe

Ludger Beerbaum und die deutsche Equipe müssen nach der ablehnenden Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS alle Hoffnungen auf die Anerkennung ihrer olympischen Goldmedialle von Athen begraben.

Das Olympia-Gold von Athen 2004 ist für Ludger Beerbaum und die deutsche Equipe endgültig verloren. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Berufung gegen die Entscheidung der Internationalen Reiterlichen Vereinigung FEI abgelehnt. Die FEI hatte Beerbaum und seinen Hengst Goldfever wegen einer positiven Medikationskontrolle aus der Wertung genommen. "Es ist ganz bitter", meinte der Mann aus Riesenbeck, dem es auch für seine Mannschaftskameraden leid tat. "Für sie ist es eine große Enttäuschung." Durch den CAS-Entscheid wurde die deutsche Equipe im Mannschaftsspringen auf den dritten Rang zurückgestuft hinter die USA und Schweden.

Die FEI hatte die positive Medikationskontrolle bei Beerbaums Hengst Goldfever, der im Vorfeld der Spiele und vor Ort mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt worden war, als Vergehen gegen die Doping-Vorschriften gewertet. Betroffen davon waren Marco Kutscher (Hörstel) mit Montender, Otto Becker (Sendenhorst) mit Cento und Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster.

Mit der Entscheidung des CAS dürfte der Fall endgültig vom Tisch sein. Zwar könnte das Ergebnis bei groben Formfehlern noch vor dem Schweizer Bundesgericht angefochten werden, doch dazu fehlen die Voraussetzungen. Außerdem verpflichten sich Teilnehmer der Olympischen Spiele schriftlich, die CAS-Entscheidung als endgültig zu akzeptieren.

Trostpflaster für Beerbaum

Ein Trostpflaster gab es für Beerbaum allerdings doch noch. Bei der Urteilsbegründung stellte der Gerichtshof in Lausanne heraus, dass Goldfever "mit der Hautsalbe keinen Wettbewerbsvorteil erlangt" habe und, dass "Beerbaum keine Leistungsbeeinflussung beabsichtigt hatte." Immer wieder hatte Beerbaum bei seinen Auftritten in den letzten Monaten erklärt, dass er sich keinen unfairen Vorteil verschaffen wollte.

Lücken im Regelwerk

Auch die in Beerbaums Einspruch angeführten Lücken im FEI-Regelwerk zur Dopingbekämpfung wurden vom CAS aufgedeckt. So könnten die FEI-Regeln nicht klar festlegen, "ob in solchen Fällen eine Disqualifikation zwingend ausgesprochen werden müsste." Gerade deshalb hätte es in den Augen Beerbaums auch eine andere Entscheidung geben können: "Vielleicht hätte man die Entscheidung bis zum nächsten Jahr aussetzen können und abgewartet, bis der Reformprozess abgeschlossen ist. Aber dazu fehlte offenbar der Mut."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%