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Keine lebenslange Sperre nach Dopingvergehen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird den Antrag des Leichtathletik-Weltverbandes Iaaf auf eine Doping-Sperre von bis zu vier Jahren bei Erstvergehen in absehbarer Zeit mit seinen Fachverbänden beraten. Das gab IOC-Präsident Jacques Rogge am Tag vor dem Start der Leichtathletik-WM in Helsinki bekannt.

"So eine Änderung kann nicht über Nacht greifen. Aber wir werden das Gespräch mit den anderen Verbänden suchen und wollen erfahren, wie sie darüber denken", erklärte der Belgier. Bisher sieht das IOC nach den Regularien der Internationalen Anti-Doping-Kommission Wada eine Mindestsperre von zwei Jahren für Erstvergehen vor.

Lebenslange Sperren lehnte Rogge dagegen entschieden ab: "Zum einen würden solche Urteile der Überprüfung von ordentlichen Gerichten in den meisten Ländern nicht Stand halten. Zudem muss man auch berücksichtigen, dass immer die Möglichkeit zur Rehabilitierung besteht."

Rogge begrüßt mehr Transparenz

Der US-Verband Usatf hatte für den Iaaf-Kongress zunächst einen Antrag auf die Möglichkeit lebenslanger Sperren gestellt, diesen aber zurückgezogen. "Es kam gar nicht erst zur Abstimmung. Aber wenn, hätten wir diesen Vorschlag sicher mit 90, wenn nicht 99 Prozent abgelehnt", stellte Iaaf-Präsident Lamine Diack klar.

"Eindeutig positiv" wertete Rogge den vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) angeregten Iaaf-Beschluss, die Ergebnisse von Doping-Proben künftig im Internet zu veröffentlichen: "Das IOC begrüßt jeden Schritt, der mehr Transparenz verheißt." Der IOC-Präsident schloss aus, dass bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking alle Sportler einem Bluttest unterzogen werden können: "Wir haben 10 500 Sportler bei Olympia, da ist das einfach nicht möglich. Aber wir werden die Zahl der Proben gegenüber Athen deutlich erhöhen."

850 Dopingproben in Helsinki

Diack erklärte, dass die Iaaf darüber nachdenke, künftig sämtliche Finalteilnehmer von Weltmeisterschaften einem solchen Test zu unterziehen. In Helsinki werden bei den drei Medaillengewinnern sowie zwei weiteren per Los ermittelten Sportlern entsprechende Proben entnommen. Insgesamt werden in Helsinki 850 Dopingtests durchgeführt.

© SID

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