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Keine Lizenz für Grizzly Adams Wolfsburg

Nach nur einer Saison müssen sich die Grizzly Adams Wolfsburg wieder aus der Deutschen Eishockey-Liga verabschieden. Die DEL verweigerte den Niedersachsen wegen einer nicht tauglichen Halle die Lizenz.

Für die Grizzly Adams Wolfsburg sind die schlimmsten Befürchtungen Realität geworden. Die Niedersachsen müssen die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) nach nur einem Jahr Zugehörigkeit bereits wieder verlassen. Die 14 Klubvertreter sprachen sich am Dienstag auf der Gesellschafterversammlung im Golfklub St. Leon-Rot bei Heidelberg in einer geheimen Abstimmung wegen einer nicht tauglichen Halle gegen eine Erteilung der Lizenz an die Wolfsburger aus. Wolfsburgs Platz in der neuen Saison nimmt Absteiger Kassel Huskies ein.

Die Sondergenehmigung für den EHC, dessen Eispalast nur 2 700 Besucher statt der erforderlichen 4 500 Zuschauer fasst, läuft am 31. Dezember aus. Vor Jahresfrist war dem Verein die DEL-Lizenz nur unter der Bedingung erteilt worden, dass eine neue Halle gebaut würde. Der EHC investierte zwar nach eigenen Angaben bereits zwei Mill. Euro in die Planung zum Hallenbau, kam aber über einen symbolischen ersten Spatenstich nicht hinaus.

"Damit haben wir auf keinen Fall gerechnet"

"Damit haben wir auf keinen Fall gerechnet. Ich finde das Ergebnis der Abstimmung sehr erstaunlich, weil die vorangegangene Diskussion mit den Gesellschaftern sehr positiv verlaufen ist", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Rainer Schumacher dem sid. Der Klub erwägt zunächst keine juristischen Schritte, will eine Prüfung der Sachlage aber nicht ausschließen. "Schließlich gilt die Ausnahmegenehmigung noch bis zum 31. Dezember. Bis dahin dürften wir also in der DEL spielen", sagte Schumacher.

Die geheime Abstimmung fiel offenbar recht deutlich zu Ungunsten der Wolfsburger aus. Zwar hatten die Verantwortlichen des Klubs den übrigen Gesellschaftern noch einmal eindringlich versichern wollen, dass es nur eine Frage der Zeit sein könne, bis die neue Arena fertiggestellt sei, doch überzeugen ließen sich die Klubs nicht. "Das war offenbar insgesamt zu wenig. Die Sache ist jetzt vom Tisch", sagte Ligenleiter Gernot Tripcke.

Lorenz tief erschüttert - Huskies hoch erfreut

Wolfsburgs Klubchef Karl Heinz Lorenz verließ nach dreieinhalb Stunden als Erster den Sitzungssaal im Golfklub St. Leon-Rot bei Heidelberg. "Wir sind raus", sagte Lorenz tief erschüttert. Freude herrschte hingegen bei den Kassel Huskies, die in den Play-downs gegen Wolfsburg in sieben Spielen den Kürzeren gezogen hatten.

"Ich freue mich vor allem für die Fans und Sponsoren und werde heute abend eine Apfelschorle trinken", sagte Huskies-Manager Joe Gibbs nach der Entscheidung. Auf die Huskies wartet wegen des mehrmonatigen Schwebezustandes allerdings noch ein Haufen Arbeit. "Spieler und Trainer, Testspiele und Trikots müssen jetzt ganz schnell organisiert werden", so Gibbs, der bislang nur eine handvoll Spieler für die kommende Saison zur Verfügung hat. Heißester Anwärter auf den Trainerposten in der Kanadier Bill Stewart.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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