Kerber gewinnt Australian Open
Das Spiel ihres Lebens

Noch vor wenigen Jahren wollte Angelique Kerber ihre Karriere beenden. Nun gewinnt sie die Australian Open. Und gehört damit zu den ganz Großen des Tennissports. Selbst Kanzlerin Angela Merkel gratulierte zum Sieg.

DüsseldorfAngelique Kerber ist jetzt "in der Historie drin", wie sie es selbst am Tag nach ihrem furiosen Sieg im Finale der Australian Open formulierte. "In der Historie", damit meint die deutsche Tennisspielerin aus Kiel, dass sie nun ein "Grand-Slam-Champion" ist, dass sie zu den wenigen Sportlerinnen gehört, die es im Laufe ihrer Karriere schaffen, eines der vier wichtigsten Tennisturniere der Welt zu gewinnen.

Und, "in der Historie drin", heißt: Sie ist die erste Deutsche seit Boris Becker und Steffi Graf, der ein solcher Sieg gelungen ist. Becker, der 1999 als Tennisprofi zurücktrat und insgesamt sechs Grand-Slam-Titel gewonnen hat, und auch Graf, die sich im selben Jahr von ihrem Sport mit 22 Major-Titeln verabschiedete, gratulierten Kerber am Wochenende. Beide wissen, wie schwierig es ist, solch ein Turnier zu gewinnen - und wie wichtig das für die Bedeutung ihres Sports in Deutschland ist.

"Es musste ein Grand-Slam-Gewinner her, um Tennis wieder populär zu machen", sagte Kerber daher auch in einem ihrer zahlreichen Interviews nach der offiziellen Siegerehrung. "Und das habe ich jetzt geschafft." Die 28-Jährige hatte in einem hart umkämpften, zwei Stunden dauerndem Spiel die große Favoritin Serena Williams, Nummer eins der Weltrangliste, mit 6:4, 3:6, 6:4 niedergerungen. Mit ihrer Weltklasse-Leistung am Samstag begeisterte Kerber sogar Angela Merkel. "Mit diesem Sieg haben Sie nicht nur Ihren großen Traum erfüllt, sondern 17 Jahre nach Steffi Graf auch wieder einmal die Hoffnungen von Millionen von Tennisfans auf den Sieg einer Deutschen bei einem Grand-Slam-Turnier", schrieb die Kanzlerin.

Dabei gehört Kerber, 1,73 Meter groß und 68 Kilogramm schwer, schon seit vier Jahren zu den zehn besten Tennisspielerinnen der Welt. Oft unbemerkt von der breiten deutschen Öffentlichkeit hatte sie sich längst in die Weltspitze gespielt. Mit großen Formschwankungen, aber dennoch immer auf hohem Niveau. Im Jahr 2011 zog sie bei den US Open als Weltranglisten-92. ins Halbfinale ein, ein Jahr später erreichte sie in Wimbledon ihr zweites Grand-Slam-Halbfinale. Und es war ebenfalls im Jahr 2012, als sie zum ersten Mal Serena Williams besiegte. Nur der große Triumph, der Titel bei einem Grand-Slam-Turnier, blieb lange Zeit aus. Zu lange.

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Kerber ist eine Kämpferin

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