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Kiefer scheitert an Federer, auch Popp draußen

Nicolas Kiefer hat Titelverteidiger Roger Federer in Runde drei in Wimbledon zwar das Leben schwer gemacht, musste sich aber in vier Sätzen geschlagen geben. Auch Florian Mayer und Alexander Popp sind ausgeschieden.

Auch Nicolas Kiefer konnte Roger Federer auf dem Weg zur Titelverteidigung nicht aufhalten und musste sich in Runde drei der 119. All England Championships in Wimbledon geschlagen geben. Der Schweizer setzte sich auf dem Centre Court mit 6:2, 6:7 (5:7), 6:1, 7:5, aber mehr Mühe als erwartet durch.

Federer baute mit dem fünften Erfolg im achten Aufeinandertreffen mit dem Hannoveraner seine Erfolgsserie auf Rasen auf 32 Spiele ohne Niederlage aus. Der Eidgenosse trifft im Achtelfinale nun auf den Spanier Juan Carlos Ferrero. Der French-Open-Sieger von 2003 bezwang den Bayreuther Florian Mayer am Ende glatt mit 3:6, 6:2, 6:1, 6:1. Nach dem Vordringen in die Runde der letzten Acht 2004 verliert der 21-Jährige durch das frühe Aus zahlreiche Weltranglisten-Punkte und wird seinen Platz 57 nicht halten können.

Auch Popp nicht mehr dabei

Als letzter deutscher Starter verlor am Samstagnachmittag auch Alexander Popp sein Drittrundenmatch. Der 28-Jährige unterlag dem Russen Dimitri Tursunow 7:5, 6:7 (5:7), 2:6, 2:6. Für Popp bedeutet das Aus bei seiner vierten Wimbledon-Teilnahme das schlechteste Abschneiden, nachdem er zweimal das Viertelfinale und einmal die vierte Runde erreicht hatte. Popp hat das Match gegen Tim Henmans Bezwinger Tursunow dabei geradezu "weggeworfen". Nur zwei von zwölf Breakbällen konnte er nutzen. Die Entscheidung fiel praktisch, als er beim Stand von 5:5 im zweiten Satz gegen den aufschlagenden Tursunow 40:0 führte, die große Chance aber ungenutzt ließ. Symptomatisch war dabei der zweite Breakball, als er mit der Vorhand das leere Feld seines bereits ausgespielten Gegners verfehlte - ein "verschossener Elfmeter ohne Torwart", von dem sich der sensible 2,01-Meter Mann nicht mehr erholte.

Enttäuschung bei Mayer

"Ich bin tief enttäuscht, eine Runde hätte ich mir noch zugetraut", sagte Mayer. "Ich war aber im dritten und vierten Satz völlig chancenlos. Wenn Ferrero so weiter spielt, hat er auch gegen Federer eine Chance."

Nicolas Kiefer konnte in einem streckenweise hochklassigen Match immerhin als erster Spieler in diesem Jahr in Wimbledon dem Weltranglisten-Ersten Federer einen Satz abnehmen und präsentierte sich als echter Prüfstein für den zweifachen Wimbledon-Champion. "Das Match war so hart wie erwartet, wir kennen uns eben sehr gut. Ich hätte in drei Sätzen gewinnen sollen, aber nun bin ich glücklich, dass ich es in vier geschafft habe", meinte Federer.

Kiefer lässt Chancen ungenutzt

Kiefer vergab die große Chance auf eine Überraschung, als er im vierten Satz zwei Breaks zum 2:0 und 5:3 nicht halten konnte. Insbesondere als er zum Satzgewinn servierte, spielten bei dem Niedersachsen offenbar die Nerven nicht mit. Mit einem unerzwungenen Rückhandfehler und einem Doppelfehler brachte er Federer wieder ins Match. Der Eidgenosse war danach nicht mehr zu stoppen, er breakte nach dem 5:5-Ausgleich Kiefer erneut und beendete das Match schließlich mit einem Ass. "Gegen solch einen Spieler muss ich konstanter spielen, dass ist mir leider nicht gelungen", sagte Kiefer hinterher, "ich habe aber gesehen, dass ich mithalten kann und wieder auf einem guten Weg bin."

"Federer wurde erstmals richtig geprüft und hat die Prüfung bestanden", sagte John Mcenroe, der das Match für die BBC kommentierte, "Kiefer hat wirklich eine Klasse-Leistung gezeigt." Das Publikum auf dem Centre Court hatte jedenfalls seinen Spaß an dem Match und feierte während einer kurzen Behandlungspause für Kiefer mit einer minutenlangen La Ola. Da hielt es auch den ehemaligen "James Bond" Sean Connery nicht auf seinem Sitz in der königlichen Loge. Am Ende wurden beide Spieler stehend von den Fans verabschiedet. Federer war dabei die Erleichterung über den Erfolg deutlich anzumerken.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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