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Kiefer zittert sich in Wimbledon in Runde zwei

Nicolas Kiefer hat seine bösen Erinnerungen an Wimbledon besiegt und mit dem Rücken zur Wand erstmals seit drei Jahren wieder die Auftaktrunde der All England Championships überstanden.

dpa LONDON. Nicolas Kiefer hat seine bösen Erinnerungen an Wimbledon besiegt und mit dem Rücken zur Wand erstmals seit drei Jahren wieder die Auftaktrunde der All England Championships überstanden.

Trotz einer alles andere als überzeugenden Vorstellung eröffnete der Hannoveraner bei drückender Schwüle in 4:09 Stunden mit einem 6:3, 7:6 (7:5), 5:7, 3:6, 6:4-Zittersieg gegen den Franzosen Julien Benneteau die erstrebte Wiedergutmachungstour bei seinem Lieblings-Tennisturnier in London, bei dem er in den beiden Vorjahren so bitter enttäuscht hatte.

Glatte Auftaktsiege feierten dagegen Lars Burgsmüller und Florian Mayer. Gegen French-Open-Finalist Mariano Puerta dominierte der Mülheimer Burgsmüller sogar nach Belieben und fügte dem Argentinier mit dem 6:1, 6:1, 6:4 eine sportliche Demütigung zu. Der Bayreuther Mayer zog durch ein 6:4, 7:5, 6:2 gegen Santiago Ventura als dritter von zehn deutschen Tennis-Herren in die zweite Runde ein, in der er in Fernando Verdasco wieder auf einen Spanier trifft. Burgsmüller spielt derweil gegen den Tschechen Tomas Berdych; Kiefer bekommt es mit dem Italiener Alessio di Mauro zu tun.

Nur ein kurzes Gastspiel gaben Björn Phau und Tobias Summerer, die wie Julia Schruff ausgeschieden sind. Besser machte es Debütantin Sabine Klaschka aus München, die bei ihrer Wimbledon-Premiere gleich auf den Center Court durfte, und mit dem 6:3, 6:2 gegen Britanniens Elena Baltacha ihren größten Erfolg feierte. In der zweiten Runde steht sie gegen Jelena Dementjewa aus Russland allerdings vor einer kaum lösbaren Aufgabe.

"Es waren Höhen und Tiefen dabei. Aber ich habe mich zurückgekämpft. Das ist zu meiner Stärke geworden", sagte Kiefer. Mit kurz geschnittenen Haaren schien der 27-jährige auch auf dem Heiligen Rasen alte Zöpfe abschneiden zu wollen. Gleich mit einem Break gestartet ließ er dem gefährlichen Benneteau, der vor zwölf Monaten dem Kroaten Mario Ancic auf dessen Weg ins Halbfinale einen Fünfsatzkrimi geboten hatte, zunächst keine Entfaltungsmöglichkeiten und holte sich mit dem zweiten Break sicher den ersten Satz. Doch dann begann der Niedersachse, der bei seinem Debüt 1997 im Viertelfinale gestanden hatte, zu schwächeln.

Im Tiebreak holte er zwar auch diesen Durchgang. Doch dann kamen die bösen Erinnerungen an das vergangene Jahr zurück, als er auf demselben Platz 14 gegen den Schweden Thomas Johansson eine sichere 2:0-Führung aus der Hand gab und wie 2003 gegen den belgischen Nobody Gill Elseneer in der Auftaktrunde kläglich scheiterte. Zum Déjà-vu ließ er es nicht kommen, obwohl er mit jedem Ball unsicherer wurde.

Der durch und durch abergläubische Niedersachse, der einige Rituale geändert hatte und im Hotel in Chelsea statt im gemieteten Haus wohnte, schaffte mit Kampfgeist und viel Glück gegen den müde werdenden Franzosen doch noch die Wende. "Es war verdammt schwer. Ich habe es mir selbst schwer gemacht. Aber unterm Strich zählt, dass ich gewonnen habe."

Souverän erfüllten dagegen die Top-Favoriten Roger Federer und Lleyton Hewitt ihre Pflicht und Schuldigkeit. Der Titelverteidiger fertigte im Eröffnungsmatch den Franzosen Paul-Henri Mathieu mit 6:4, 6:2, 6:4 ab. "Ich bin erleichtert", sagte der Schweizer, der vor dem Auftakt immer besonderen Respekt hat. Der Australier Hewitt, der vor drei Jahren in Wimbledon triumphierte, machte mit dem Belgier Christophe Rochus beim 6:3, 6:3, 6:1 kurzen Prozess.

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