Kircheisen weiterer Medaillenkandidat: Mit altem Schuh und neuer Hoffnung

Kircheisen weiterer Medaillenkandidat
Mit altem Schuh und neuer Hoffnung

Titelverteidiger Ronny Ackermann scheint den Trainingsergebnissen zufolge in letzter Sekunde doch noch seine Form gefunden zu haben. Doch die DSV-Herren haben am Freitag im Einzel-Wettbewerb der Nordischen Kombinierer noch ein zweites heißes Eisen im Feuer.

HB OBERSTDORF. Ackermann jedenfalls geht mit den alten Sprungschuhen vom WM-Sieg 2003 und neuer Zuversicht auf Medaillenjagd. Nach dem weitesten Trainingssprung auf 101 Meter am Donnerstag in Oberstdorf gab er sich optimistisch: "Dieser Sprung gibt mir sehr viel Auftrieb. Ich hoffe, dass ich die Konkurrenz ein wenig geschockt habe und mir das morgen ähnlich gelingt. Eine Medaille bei der Heim-WM ist für einen Athleten das Größte."

Im letzten Trainingsversuch verfehlte der Thüringer den Schanzenrekord um lediglich einen Meter und klatschte danach begeistert in die Hände. "Das war mit Abstand der beste Sprung seit Wochen. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl", erklärte Ackermann. Weil dem 27-Jährigen am Mittwoch der Schaft am neuen Sprungschuh gebrochen war, musste er kurzfristig das alte Erfolgsmodell von Val di Fiemme aus dem Schrank holen. "Mit den Schuhen muss ich mich noch anfreunden. Das ist etwa so, als würde man neue Turnschuhe kaufen und damit gleich einen Marathon laufen wollen", erklärte er.

Bei der Jagd auf Top-Favorit Hannu Manninen soll neben Ackermann auch Björn Kircheisen als zweiter deutscher Trumpf stechen. Der 21-Jährige aus Johanngeorgenstadt kam am Donnerstag in seinem besten Versuch auf 93 m. "Ich bin auf dem aufsteigenden Ast und weiß, dass ich Hannu schlagen kann. Ich will um die Medaillen kämpfen", kündigte Kircheisen selbstbewusst an.

Bundestrainer Hermann Weinbuch, der bei der WM 1987 an gleicher Stätte im Team-Wettbewerb mit Hans-Peter Pohl und Thomas Müller den damals einzigen Titel für Deutschland holte, glaubt an die Chance seines Top-Duos. "Manninen hat noch nie ein Einzel-Gold bei Großereignissen gewonnen. Silber heißt für ihn Niederlage, er hat den Druck. Er ist nicht in einer Überform hier. Diese Ausgangslage sollten wir für uns nutzen", sagte Weinbuch.

Dabei könnte den DSV-Kombinierern die schwere Laufstrecke entgegen kommen. "Das Profil ist knackig, das Rennen wird sehr hart. Da muss man die Kräfte richtig einteilen", sagte Ackermann. Teamkollege Kircheisen hat sich eine mögliche Erfolgs-Taktik bereits zurecht gelegt: "Am Berg ist Manninen nicht so stark, dort müssen wir unsere Chance suchen."

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