Kiriasis nach dem zweiten Lauf vor Erdmann
Deutsche Damen-Bobs fahren in der Goldspur

Sandra Kiriasis und Susi Erdmann liegen nach dem zweiten von vier Läufen der olympischen Zweierbob-Entscheidung im Eiskanal von Cesana auf Medaillenkurs.

HB TURIN. In der Goldspur von Andre Lange steuert Sandra Kiriasis im Eiskanal von Cesana ihrem ersten Olympiasieg im Zweierbob entgegen. Trotz eines kapitalen Schnitzers im zweiten Lauf behauptete die Weltmeisterin aus Winterberg am Montag mit Anschieberin Anja Schneiderheinze in ihrem Schlitten "Nimbus 2006" die Halbzeitführung vor Teamkollegin Susi Erdmann. Die 8/100 Sekunden zurückliegende frühere Rodel-Weltmeisterin aus Königssee will sich bei ihren fünften Olympischen Winterspielen zusammen mit Nicole Herschmann mit einer Medaille verabschieden. Einen Wimpernschlag dahinter folgen auf Rang drei vor den beiden letzten Läufen am Dienstag Shauna Rohbock/Valerie Fleming aus den USA.

"Bis zur Kurve 11 war alles okay, dann habe ich einen großen Fehler gemacht. Das war ein Schock. Da habe ich gedacht, jetzt ist alles aus. Wahrscheinlich müssen zweite Läufe so sein", sagte Sandra Kiriasis, die vor vier Jahren unter ihrem Mädchennamen Prokoff Olympia-Zweite geworden war, in Anspielung an das Missgeschick von Andre Langes Anschieber Kevin Kuske. Nach Bahnrekord im ersten Durchgang schaffte die 31-Jährige im zweiten Lauf auf dem 1435 Meter langen Kurs nur noch die siebtbeste Zeit. Damit vergab sie wohl bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die Goldmedaille.

Im ersten Lauf hatte Kiriasis trotz einer Zehntelsekunde Rückstand auf die schnellsten Starterinnen Helen Upperton und Heather Moyse aus Kanada ihr fahrerisches Können aufblitzen lassen. "Am Start hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht. Aber ich lasse mich jetzt nicht verrückt machen", sagte die Winterbergerin, die die vergangenen drei Winter dominiert hatte.

Für Susi Erdmann, die nach gewohnt schwachem Start eine gute Linie fand, gab es im Kampf um Edelmetall ein Wiedersehen mit ihrer alten Rodel-Konkurrentin Gerda Weissensteiner, die als Fünfte ebenfalls noch eine Medaille im Visier hat. 1994 in Lillehammer schnappte die Italienerin ihr Gold im Rodeln weg. Nun möchte Erdmann den Spieß umdrehen und ihr viertes olympisches Edelmetall mit nach Hause nehmen.

"Da habe ich eine schöne Ecke mitgenommen. Jeder Lauf entscheidet hier, da kann man alles schnell verfahren", sagte die Steuerfrau aus Königssee, die durch eine Fußverletzung gehandicapt war. "Aber ich fighte am Start um jedes Hundertstel." Kurz vor den Winterspielen hatte Erdmann noch den Bob gewechselt. Vom Langen-Bob stieg sie in den 75 000 Euro teuren FES-Schlitten um.

"Wir hatten zuletzt noch einmal Testfahrten auf drei Bahnen gemacht und ich komme mit ihm gut zurecht. Die Entscheidung war richtig", sagte Erdmann, die ihren Bob in leuchtendem Rot und züngelnden Flammen an den Start brachte. "Es sollte zum Abschluss noch einmal ein Hingucker werden." Ihre Karriere will die Olympia- Dritte von Salt Lake City bei der Weltmeisterschaft 2007 in St. Moritz beenden.

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