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Klassenprimus THW peilt Rekorde en masse an

Die heute startende 29. Saison der Handball-Bundesliga (HBL) wartet mit neuen Regeln, neuen Stars und neuen Maßstäben auf. Die Fans dürfen sich auf viele Superlative und die Jagd auf Top-Favorit THW Kiel freuen.

Heute hat die handballlose Zeit endlich ein Ende: Die Bundesliga (HBL) startet in ihre 29. Saison. Mit von der Partie sind durch einen Rekord-Etat viele neue Gesichter, die sich mit neuen Regeln und dem als übermächtig erscheinenden THW Kiel anfreunden müssen. Dieser strebt eine perfekte Spielzeit an.

Das selbst ernannte "Bayern München der HBL" will jedes der 34 Punktspiele gewinnen, verfügt mit 5,3 Mill. Euro über das größte Budget aller 18 Klubs und hat den ersten Titel schon in der Tasche: Kiel sicherte sich durch einen Finalerfolg am Dienstag gegen die SG Flensburg-Handewitt den Supercup.

Zebras mit großem Fang

In dem Franzosen Nikola Karabatic, einem von 128 Ausländern in der Liga, angelten sich die "Zebras" das größte Talent weltweit. Geht es nach den Trainern, wird Kiel auch 2006 Meister. In einer Umfrage wird der Titelträger 18-mal als Meisterschaftsanwärter genannt, Handewitt 16-mal. Neben den beiden Nordrivalen werden auch dem Trio SC Magdeburg (7-mal), TBV Lemgo und VfL Gummersbach (je 3-mal) Titelchancen eingeräumt.

"Wenn man sieht, wie die sich verstärkt haben, ist Kiel klarer Favorit", sagt Flensburgs Manager Thorsten Storm, gibt aber zugleich zu bedenken, dass "man zum Verkrampfen neigt, wenn man etwas zu sehr will". Von Verkrampfung ist in Kiel jedoch nichts zu spüren. Beim Supercup drehte man einen Sechs-Tore-Rückstand gegen den Erzrivalen noch in einen 36:34-Erfolg und beendete eine Negativserie von neun Pflicht-Spielen ohne Sieg gegen die SG.

THW heiß auf Champions League-Titel

THW-Trainer Noka Serdarusic meint: "Der Titel führt nur über uns. Ich wäre ja ein Vollidiot, wenn ich als amtierender Meister sagen würde, ich will Fünfter werden", sagt der Coach, der sich zudem einen lang gehegten Wunsch erfüllen will: Den Gewinn der Champions League - die fehlt noch in seiner 16 Trophäen umfassenden Titelsammlung mit dem THW.

Auch Flensburg schielt auf die "Königsklasse". "Auf unserer Wunschliste stehen alle drei Titel. Wir brauchen niemanden zu fürchten, können uns nur selbst schlagen", sagt Manager Storm.

Auch Bundestrainer Heiner Brand sieht "den THW und die SG als die beiden Hauptanwärter auf die Meisterschaft. Einen Drei- oder gar Vierkampf könnten daraus am ehesten Magdeburg und Lemgo machen". Auch HSV Hamburg und seinen Ex-Verein VfL Gummersbach schätzt der Weltmeister von 1978 hoch ein.

Auch Gummersbach möchte in die Königsklasse

Der neue VfL-Trainer Velimir Kljaic bläst nach spektakulären Verstärkungen zur Titeljagd: "Wir wollen um die Meisterschaft ein Wort mitreden. Auf jeden Fall möchten wir die Champions League erreichen."

Auch der neue VfL-Geschäftsführer Stefan Hecker, mit 561 Punktspielen von 1979 bis 2002 Bundesliga-Rekordmann hat hohe Ziele: "Du kannst Erster werden, aber auch Fünfter oder Sechster". Der frühere Nationaltorhüter putzt inzwischen Klinken bei Unternehmen. Mit 13 Premiumpartnern und an die 100 Sponsoren steht der VfL wirtschaftlich auf gesunden Füßen.

Rekord-Etat birgt viele Risiken

Das gilt nicht für alle der 18 Teams. Trotz der Lizenzentzüge von Tusem Essen und SG Wallau-Massenheim ist man aus dem Schaden offenbar nicht klug geworden: 51,2 Mill. Euro bedeuten einen Rekordetat. Neben Kiel verfügen Hamburg und Gummersbach mit je 4,7 Mill. Euro über die größten Budgets. Flensburg bringt es auf 4, vier Mill. Euro. "Risiken sind nie ganz auszuschließen", sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann: "Aber wir lassen uns die Zahlen im Laufe der Saison immer wieder zeigen, um das Risiko zu minimieren."

© SID

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