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Kleinert verpasst vierte DLV-Medaille

Kugelstoßerin Nadine Kleinert ist bei der Leichtathletik-WM in Helsinki mit 19,07m und Rang fünf nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. Im Finale über 4x100m kamen die DLV-Männer derweil nur auf Platz sieben.

Keine Medaille für Kugelstoßerin Nadine Kleinert: Am vorletzten Tag der Leichtathletik-WM von Helsinki verpasste die Magdeburger Olympiazweite als Fünfte mit 19,07m die vierte deutsche Medaille. Die letzte Chance auf Edelmetall besitzt das 52-köpfige deutsche Team, das Gold durch Diskuswerferin Franka Dietzsch sowie Bronze durch Kugelstoßer Ralf Bartels (beide Neubrandenburg) und Diskuswerfer Michael Möllenbeck (Wattenscheid) gewann, am Sonntag im Speerwurf durch die Leverkusener Olympiazweite Steffi Nerius.

Gegen Ende der WM baute das DLV-Team immer stärker ab. Während Nerius-Klubkamerad Nils Winter nach der Steigerung auf 8,21m in diesem Jahr die Serie der deutschen Enttäuschungen in der zweiten WM-Halbzeit mit schwachen 7,72m als Zwölfter fortsetzte, kamen nur zwei von drei Staffeln ins Finale. Dieses endete über 4x100m für Tobias Unger nach Rang sieben im 200-m-Finale nicht mit dem erhofften deutschen Rekord. Das DLV-Quartett wurde in der Saisonbestzeit von 38,48 nur Siebter. Über 4x400m profitierten die deutschen Frauen von der Disqualifikation der USA und zogen in den Endlauf am Sonntag ein. Dagegen scheiterten die deutschen Männer in 3:03,62 Minuten um einen Rang.

"Bin kein Roboter"

Nadine Kleinert vermisste im Finale vor allem ihre Aggressivität und meinte: "Ich bin kein Roboter, der jedes Jahr eine Medaille holen kann. Ich muss nicht immer die ewige Zweite sein, es geht auch anders." Sie glaubt: "Wäre der erste Versuch nicht ungültig gewesen, wäre alles ganz anders gelaufen." Im dritten Durchgang musste sie das vorzeitige Aus verhindern. Dabei stieß sie die Neckarsulmerin Christina Schwanitz (18,02m) aus dem Feld der letzten Acht. Bereits in der Qualifikation war die Weltranglisten-Vierte Petra Lammert (Stuttgart) auf der Strecke geblieben.

Doch selbst mit ihrer Silberweite von Olympia in Athen (19,55) wäre die nicht sonderlich enttäuschte Kleinert, 1999 und 2001 WM-Zweite, nicht in die Medaillenränge gekommen. Gold gewann in einem Finalfeld ohne frühere Dopingsünderinnen Weißrusslands Weltranglisten-Erste Nadeschda Ostaptschuk, 2003 Zweite, mit 20,51m, Silber die zweimalige Europacupsiegerin Olga Rjabkina mit 19,64m für Russland und Bronze Neuseelands frühere Junioren-Weltmeisterin Valerie Vili mit 19,62m. Auch Titelverteidigerin Swetlana Kriweljowa (Russland/19,16) ging leer aus. Kleinert ließ dabei Kubas Olympiasiegerin Yumileidi Cumba noch hinter sich.

USA erhöhen Goldbilanz auf 13

Die USA erhöhten ihre Goldbilanz auf 13 und haben in den letzten acht Entscheidungen des Schlusstags noch eine weitere Chance durch ihre 4x400-m-Staffel der Männer. Nach dem Stabverlust vom Vortag im Männervorlauf über 4x100m holte 100-m-Weltmeisterin Lauryn Williams in 41,78 Sekunden mit dem US-Quartett ihre zweites Gold. Auch der Franzose Ladji Doucoure lief 24 Stunden nach seinem Sieg über 110m Hürden mit der Sprintstaffel seines Landes in der Jahres-Weltbestzeit von 38,08 Sekunden überraschend zu seinem zweiten Gold.

Eine weitere Jahres-Weltbestzeit erzielte Landsmann Dwight Phillips im Weitspung. Der Titelverteiger und Olympiasieger machte im ersten Versuch mit Einstellung seiner pesönlichen Bestmarke von 8,60m alles klar und erzielte die größte Siegesweite der WM-Geschichte seit dem Weltrekord von Landsmann Mike Powell (8,95m) 1991 in Tokio. Tommi Evilä aus Finnland sprang im fünften Versuch mit 8,25m auf den Bronzeplatz und holte die heiß ersehnte erste Medaille für die WM-Gastgeber. Silber ging an Ignisious Gaisah (Ghana), der bei 8,34m landete.

Vierfach-Triumph für Äthiopierinnen

Den zweiten Vierfach-Triumph der WM-Geschichte schafften zwei Tage nach dem Triumph des US-Quartetts über 200m die Äthiopierinnen über 5000m. Titelverteidigerin Tirunseh Dibaba schaffte dabei eine Woche nach ihrem 10 000-m-Sieg das Double und ihre Schwester Eyegaheyu gewann wie sieben Tage zuvor Bronze. Das fünfte russische Gold gewann über 400m Hürden Weltrekordlerin Julia Petschonkina in Jahresweltbestzeit von 52,90 Sekunden vor der Amerikanerin Lashinda Demus (53,27). Im Halbfinale war Claudia Marx (Erfurt) gescheitert.

Als zweiter Marathonläufer bei einer WM nach dem Spanier Abel Anton verteidigte der Marokkaner Jaouad Gharib seinen Titel erfolgreich. In 2:10:10 Stunden siegte der 33-Jährige mit elf Sekunden Vorsprung gegenüber Christopher Isigewa aus Tansania (2:10:21), das zweite Bronze für Japan gewann Tsuyoshi Ogata. Italiens Olympiasieger Stefano Baldini lag bei Kilometer 30 mit Gharib gleichauf und stieg später entkräftet aus.

© SID

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