sonstige Sportarten
Klinsmann holt Chef-Scout aus der Schweiz

Jürgen Klinsmann hat mit der Verpflichtung des Schweizers Urs Siegenthaler als Chef-Scout sein Betreuerteam für die Fußball-Weltmeisterschaft komplettiert.

dpa MüNCHEN. Jürgen Klinsmann hat mit der Verpflichtung des Schweizers Urs Siegenthaler als Chef-Scout sein Betreuerteam für die Fußball-Weltmeisterschaft komplettiert.

Nationalspieler Sebastian Deisler eröffnet der Bundestrainer zudem eine neue Bewährungs-Chance für das Turnier im kommenden Jahr. Klinsmann hat sich entschieden, den 25 Jahre alten Mittelfeldspieler des FC Bayern München trotz seiner geringen Einsatzzeiten beim neuen deutschen Meister in der kommenden Woche für den Confederations Cup (15. bis 29. Juni) zu nominieren. "Er steht bei uns auf der Liste", sagte der Bundestrainer.

"Wir warten noch das Wochenende ab und werden uns dann mit den Bayern unterhalten", sagte Klinsmanns Assistent Joachim Löw. Es gebe noch ein abschließendes "klärendes Gespräch" mit Bayern-Trainer Felix Magath, der sich aber schon positiv geäußert hatte. "Es ist ein Riesenziel von Sebastian Deisler, wieder in die Nationalelf rein zu kommen. Das könnte ihm einen Schub geben", betonte der FCB-Coach. Laut Löw sei es auch nicht mehr entscheidend, ob Deisler gegen den 1. FC Nürnberg zum Einsatz komme oder nicht.

Nach dem 33. Bundesliga-Spieltag werden von den DFB-Trainern noch einmal alle Erstliga-Coaches kontaktiert, die Kandidaten für den Confed-Cup in ihren Mannschaften haben. Man werde letzte Informationen über Fitness-Zustand, mögliche Verletzungen und Probleme der Spieler einholen, berichtete Löw. "Wir wissen bereits, wie unser Kader aussehen soll. Am Dienstag werden wir uns dann endgültig festlegen." 23 Akteure dürfen bis zum 8. Juni nominiert werden für das Turnier, bei dem die deutsche Mannschaft in der Vorrunde gegen Australien, Tunesien und Argentinien spielt.

Die WM-Generalprobe bringe "nur Vorteile" für Deisler, betonte Löw. Er soll in den Vorbereitungsspielen gegen Nordirland (4. Juni) und Russland (8. Juni) und den maximal fünf Partien bei der Mini-WM den Spiel-Rhythmus finden, den er bei den Bayern auch in dieser Saison nur sporadisch erhielt. Deisler hat sein 22. und bislang letztes Länderspiel am 9. Oktober 2004 beim 2:0-Sieg gegen den Iran in Teheran bestritten.

Der Confed-Cup wird auch für den neuen Chef-Spion des DFB zum ersten Arbeitseinsatz. Der weithin unbekannte Schweizer Siegenthaler wird als Beobachter internationaler Spiele für die Nationalmannschaft tätig sein. Der Vertrag des 58-Jährigen, dessen Details noch ausgehandelt werden müssen, wird bis zur WM befristet sein. Klinsmann hat sein Betreuer-Personal für die WM-Endrunde damit vervollständigt. Schon bei der Verpflichtung des Sport-Psychologen Hans-Dieter Hermann und den US-Spezialisten für Fitness-Training hatte der 40-Jährige mutig Neuland betreten und dabei auch nicht davor zurückgeschreckt, auf ausländisches Know-how zu vertrauen.

Siegenthaler spielte von 1963 bis 1982 für den FC Basel, Xamax Neuchatel und Young Boys Bern in der Schweiz. Als Trainer war er von 1986 bis 1988 für die Schweizer Nationalmannschaft mitverantwortlich. Außerdem trainierte er den FC Basel und den französischen Erstligisten FC Toulouse. Der gebürtige Baseler schloss 1976 in der Schweiz seine Trainer-Ausbildung ab. Er ist auch Inhaber der Uefa-Trainer-Lizenz und der deutschen Fußball-Lehrer-Lizenz. In der Schweiz war er über 20 Jahre lang mitverantwortlich für die Trainerausbildung. Von 1992 bis 2002 betreute er zeitweise auch Fortbildungs-Maßnahmen der Fifa.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%