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Klöden schrammt knapp am Etappensieg vorbei

Der Deutsche Andreas Klöden hat auf der achten Etappe der Tour de France einen Etappensieg für T-Mobile nur knapp verpasst. Im Spurt gegen den Tagessieger Pieter Weening aus den Niederlanden zog Klöden den Kürzeren.

Das Zielfoto brachte für Andreas Klöden die bittere Gewissheit. Der Tour-Zweite aus dem Vorjahr hat den Tagessieg auf der achten Etappe der 92. Tour de France zwischen Pfortzheim und Gerardmer um Haaresbreite verpasst. Nach 231,5km und 5:03 Stunden musste sich der T-Mobile-Fahrer nur dem Niederländer Pieter Weening vom Team Rabobank geschlagen geben. Die Auswertung des Zielfotos ergab einen Rückstand Klödens von nur 9,6 Millimeter.

Ullrich und Armstrong 27 Sekunden zurück

Lance Armstrong und Jan Ullrich erreichten beim ersten Schlagabtausch in den Vogesen mit 27 Sekunden Rückstand das Ziel. Ullrich wurde Sechster hinter dem Berliner CSC-Profi Jens Voigt, Armstrong kam als 20. an. "Wir mussten am Anfang viel arbeiten. Aber die Aktion am letzten Berg war so abgesprochen. Erst sollte Winokurow nach vorn gehen, dann Andreas. Das ist taktisch sehr gut gelaufen", sagte Ullrich.

Auch wenn Klöden seinen zweiten Saisonsieg verpasste, überzeugte der 30-Jährige durch eine bravouröse Leistung. Auf dem Schlussanstieg beim Col de la Schlucht startete Klöden eine Attacke und ließ alle Favoriten stehen. Nur Weening, der aus einer Fluchtgruppe übrig geblieben war, konnte Klöden auf der 16km langen Abfahrt folgen und holte sich schließlich den Sieg.

"Der zweite Platz ist o.K."

"Wir hatten abgesprochen, dass derjenige, der am Ende noch gute Beine hat, etwas versuchen soll. Deshalb bin ich weggegangen. Jetzt bin ich platt, habe aber immer noch gute Beine. Der zweite Platz ist aber o.K.", sagte Klöden.

Das T-Mobile-Team brachte Armstrong beim ersten Kräftemessen gleich in die Bredouille. Auf dem 17km langen Anstieg, an dem sich tausende deutsche Fans versammelt hatten, blies der Bonner Radrennstall zur Attacke. Erst startete dreimal der Kasache Alexander Winokurow einen Ausreißversuch, dann zog Klöden davon und überquerte als Erster den 1139m hohen Berg. Armstrong war zwischenzeitlich sogar isoliert und hatte kurzzeitig keinen Helfer mehr an seiner Seite.

"Wir wollten Armstrong testen. Wir haben gesehen, dass Armstrong wie erwartet gut drauf ist. Seine Mannschaft aber offensichtlich nicht. Das konnte man heute sehen", sagte Winokurow.

Armstrong weiter im Gelben Trikot

So verteidigte Armstrong mit ein wenig Mühe das Gelbe Trikot. Der Amerikaner liegt nun eine Minute vor Voigt. Winokurow ist 1:02 Minuten zurück Dritter. Ullrich (1:36) rückte auf den sechsten Platz vor, während Klöden (1:50) bereits Neunter ist. "Am Ende ist aller sehr gut gelaufen, nachdem wir am Anfang etwas verpennt haben und viel arbeiten mussten. Aber die Truppe hat gezeigt, dass sie Fehler reparieren kann. Klöden war heute einfach klasse", sagte T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer.

Fabian Wegmann musste indes der 160-km-Flucht am Vortag auf der Etappe nach Karlsruhe Tribut zollen und verlor wieder das rot gepunktete Trikot an den Dänen Mickael Rasmussen. Der Rabobank-Fahrer, der mit Voigt und drei weiteren Fahrern ausgerissen war, gewann alle vier Bergwertungen der Kategorie drei zu Beginn der Etappe und liegt nun mit 16 Zählern in Führung. Wegmann (10) hatte dagegen sichtlich Probleme und verlor frühzeitig den Anschluss an das Hauptfeld.

"Fabian hat die Energieleistung am Freitag deutlich in den Beinen gemerkt. Das ist aber auch verständlich", begründete Gerolsteiner-Teamchef Hans Michael Holczer den Auftritt seines Schützlings.

Nachdem sich Rasmussen und Co. wieder ins Feld zurückfallen ließen, startete eine siebenköpfige Gruppe um den Gerolsteiner-Profi Ronny Scholz (Herrenberg) den nächsten Fluchtversuch. Zeitweise betrug der Vorsprung 6:30 Minuten. Vor dem Schlussanstieg drückte das Peloton allerdings auf das Tempo, noch vor dem Col de la Schlucht waren die Ausreißer bis auf Weening wieder eingeholt.

Erste schwere Bergprüfung am Sonntag

Am Sonntag wartet auf die Fahrer der erste Berg der ersten Kategorie bei der diesjährigen Tour de France. Auf dem 171,5km langen Teilstück von Gerardmer nach Mühlhausen ist 55km vor dem Ziel der 1171m hohe Ballon d´Alsace zu überqueren. Zuvor sind noch drei Berge der dritten und ein Anstieg der zweiten Kategorie zu bewältigen. Nach dem Ruhetag am Montag folgt dann die erste schwere Bergetappe mit dem Schlussanstieg nach Courchevel.

© SID

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